Kurzsichtig

BUND: Privilegierung von Kohlekraftwerken beim Emissionshandel falsch

Der BUND Deutschland hat vor der endgültigen Verabschiedung des NAP II nochmals deutlich gemacht, dass eine Privilegierung von Kohlekraftwerken gegenüber Gaskraftwerken das falsche Signal sei. Gleichzeitig forderte er Umweltminister Gabriel auf, sich für die Versteigerung eines Teils der Zertifikate einzusetzen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel beim anstehenden Verteilen von Emissionszertifikaten für das Treibhausgas Kohlendioxid vor der Bevorzugung von Kohlekraftwerken gewarnt. Wenn die Bundesregierung den Energieunternehmen EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall beim Bau neuer Kohlekraftwerke das Doppelte an Emissionsrechten zugestehe als beim Bau von Erdgaskraftwerken mit gleich hoher Stromproduktion, schade dies dem Klimaschutz.

"Wenn die von den vier großen Energieunternehmen geplanten Kohlekraftwerke erst einmal gebaut sind, ist der Klimaschutz in Deutschland mindestens vierzig Jahre lang blockiert. Diese Kurzsichtigkeit wird uns teuer zu stehen kommen, wenn die Folgen des Klimawandels nicht mehr kontrollierbar sind. Ein Umweltminister, der seinen Job ernst nimmt, darf dies nicht zulassen", erläuterte Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer.

Gabriel solle sich zudem für eine Versteigerung von zunächst zehn Prozent der Zertifikate einsetzen. Dies sei nach EU-Recht erlaubt. Mit den Erlösen aus der Versteigerung könnten Stromsparmaßnahmen gefördert werden, die direkt dem Klimaschutz zugute kämen. Der BUND schaltete in dieser Woche eine Zeitungsanzeige, in der die Stromkonzerne Gabriel auffordern, ihnen für 40 Milliarden Euro Verschmutzungsrechte zu garantieren. Der Umweltverband rief zugleich dazu auf, mit Emails an Umweltminister Gabriel gegen die kostenlose Vergabe von Emissionszertifikaten zu protestieren.