Bliesransbach

BUND lehnt Standort für weltweit größte Solaranlage ab

Nach BUND-Angaben plant die Firma Shell auf dem Hartungshof bei Bliesransbach in Rheinland-Pfalz die weltweit größte Solaranlage mit einer Spitzenleistung von 8,5 Megawatt pro Stunde. Aber landwirtschaftlich genutzte Flächen dürften nicht beliebig für großtechnische Anlagen genutzt werden, kritisieren die Umweltschützer.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Saarbrücken (ddp-rps/sm) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) lehnt den Standort Bliesransbach für die geplante weltweit größte Solaranlage ab. Landwirtschaftlich genutzte Flächen dürften nicht beliebig für großtechnische Anlagen genutzt werden, sagte der Vorsitzende des BUND-Saar, Joachim Götz, gestern in Saarbrücken.

Nach BUND-Angaben plant die Firma Shell auf dem Hartungshof bei Bliesransbach die weltweit größte Solaranlage mit einer Spitzenleistung von 8,5 Megawatt pro Stunde. Dazu sollen Solarmodule auf einer bislang landwirtschaftlich genutzten Fläche von 30 Hektar aufgebaut werden. Diese Planungen widersprächen der Intention des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG), kritisierte Götz. Darin sei die Nutzung von bereits versiegelten und belasteten Flächen vorgesehen. Für das Shell-Projekt müsste dagegen ein Flächennutzungsplan geändert werden.

Der BUND forderte stattdessen die konsequente Nutzung vorhandener Flächen wie geeignete private, öffentliche oder industrielle Dächer, die mehr geeignete Flächen böten als das geplante Shell-Projekt. So verpachte beispielsweise die Stadt Ottweiler stadteigene Dachflächen an Investoren für Solaranlagen. Damit könnten Anlagen ohne Eingriff in die Natur errichtet werden und Stadt und Investor hätten einen wirtschaftlichen Nutzen.

Im Saarland gibt es bislang zwei großflächige Photovoltaikanlagen in Göttelborn und am Flughafen Ensheim, die beide zu den größten der Welt zählen.