Gutachten

BUND: Lagerung vom CO2 ist gefährlich und ineffizient

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland hat in seinem Gutachten für die CCS-Technologie einige Risiken für Mensch Umwelt festgestellt. Außerdem werden die Rechenmodelle die für die Technologie verwendet werden ebenfalls bemängelt. Viele Faktoren blieben bei der Rechnung nicht berücksichtigt.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (ots) - Die Endlagerung von Kohlendioxid aus Kohlekraftwerken oder der Industrie in tiefe Erdschichten, die sogenannte CCS-Technologie (carbon dioxide capture and storage), kann zur Versalzung des Grundwassers führen. Die hohen Drücke, die zur Verpressung des CO2 in die Tiefe erforderlich sind, können außerdem Leckagen oder Erdbeben verursachen. Entweichendes Kohlendioxid, das sich in Senken oder Tälern ansammelt, könnte zur Gefahr für die Bevölkerung werden. Das sind die wichtigsten Ergebnisse eines geologischen Gutachtens, das der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Berlin vorgestellt hat.

Kohlekraftwerke ohne CCS sind effizienter

Neben den massiven Gefahren für Mensch und Umwelt sei CCS auch ineffizient, weil es den Wirkungsgrad der Kohlekraftwerke um etwa 30 Prozent verschlechtere und mehr Kohle verbrannt werden muss, um die gleiche Menge Strom zu erzeugen wie in Kraftwerken ohne CCS, so Robert Pörschmann, BUND-Energieexperte. Diese Technologie diene vor allem dazu, klimaschädlichen Kohlekraftwerken ein grünes Image zu geben und den Neubau solcher Anlagen zu legitimieren.

Außerdem könne bislang nicht nachgewiesen werden, dass die geplanten CO2-Lagerstätten dicht seien, sagte Ralf Krupp, Geologe und Autor des BUND-Gutachtens. Die angewendeten Rechenmodelle seien nicht geeignet, einen entsprechenden Sicherheitsnachweis zu führen. Die Ergebnisse der Rechenmodelle beruhen zumeist auf nicht dokumentierten Annahmen und sind im Regelfall weder valide noch verifizierbar.

Fassungsvermögen von Deutschlands Boden überschätzt

Des Weiteren werde das in Deutschland vorhandene geologische Fassungsvermögen für Kohlendioxid weit überschätzt. Für den CO2-Ausstoß deutscher Kohlekraftwerke reiche es höchstens für einen Zeitraum von etwa 27 Jahren. Dabei seien konkurrierende Nutzungen des Untergrundes wie zum Beispiel für den Abbau von Erzen oder zur Gewinnung von erneuerbaren Energien wie Geothermie sogar noch unberücksichtigt geblieben, so das Gutachten.