Auf See

Bund-Länder-Ausschuss "Offshore Windenergie" will gute Bedingungen für Offshore-Windenergie schaffen

Gestern fasste der ständige Ausschuss "Offshore-Windenergie" in Berlin die Ergebnisse seines ersten Arbeitsjahres zusammen. Koordiniert von der Deutschen Energie-Agentur (dena) haben sich die Beteiligten u.a. mit Konflikten mit Umwelt- und Naturschutz, Nutzungskonflikten mit Schifffahrt, Fischerei und Verteidigung beschäftigt.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Der ständige Ausschuss "Offshore-Windenergie" hat gestern während der Welt-Windenergie-Konferenz in Berlin die Ergebnisse seines ersten Arbeitsjahres zusammengefasst. Vertreten sind in dem Ausschuss die Küstenländer Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sowie die Bundesregierung.

Koordiniert von der Deutschen Energie-Agentur (dena) haben sich die Beteiligten im vergangenen Jahr fünf mal getroffen, um ihre Strategien zur Offshore-Windnutzung kontinuierlich abzustimmen. Schwerpunkte der Arbeit sind die Konflikte mit Umwelt- und Naturschutz, Nutzungskonflikte mit Schifffahrt, Fischerei und Verteidigung sowie die Abstimmung der Genehmigungsverfahren zwischen Bund und Ländern. Unter Leitung der dena wird derzeit ein Konzept erarbeitet, das klären soll, wie große Windenergieleistungen an Land und im Meer zukünftig in das Stromsystem eingebunden werden können.

"Eine wichtige Voraussetzung für Offshore-Windparks und für einen weiteren Ausbau der Windenergie an Land ist die Integration der Leistung in die vorhandenen Netze", sagte dena-Geschäftsführer Stephan Kohler. "Dies erfordert ein kalkulierbares Ausbauszenario für Windkraft. Und eine langfristige Netzplanung, damit die erforderlichen Netzkapazitäten auch in Zukunft vorhanden sind."

Das im April dieses Jahres novellierte Bundesnaturschutzgesetz mit Änderungen der Seeanlagen-Verordnung bietet erstmals Rechtssicherheit für die Planung von Offshore-Parks in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ). "Die Gesetzesänderung ermöglicht, dass nun sowohl 'Natura-2000'-Naturschutzgebiete als auch Eignungsgebiete für Windkraft in der AWZ ausgewiesen werden können", erläuterte Rainer Hinrichs-Rahlwes, Abteilungsleiter für Klima und Energie im Bundesumweltministerium. Da die deutsche Bucht mit ihren wichtigen Schifffahrtswegen ein intensiv genutztes Meeresgebiet ist, haben auch die Wasser- und Schifffahrtsdirektionen Kriterien für Offshore-Anlagen aufgestellt. Interessen und Sicherheit der Schifffahrt sollen möglichst wenig beeinträchtigt werden. "Die Offshore-Strategie der Bundesregierung hat auch innerhalb der 12-Seemeilen-Zone nördlich von Helgoland Klarheit gebracht", erläuterte Wilfried Voigt, Staatssekretär im Ministerium für Finanzen und Energie des Landes Schleswig-Holstein.

Im Hinblick auf die verfügbaren Windkraftanlagen und Fundamente sollten erste Projekte möglichst in küstennahen Gewässern mit vergleichsweise geringen Wassertiefen entstehen. "Daher sieht die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern gute Chancen für Offshore-Windparks auch in der Ostsee", sagte Steffen Lindemann, Vertreter der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern.