Vorwürfe

BUND kritisiert "Privilegierung der Kohle"

Die Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), Angelika Zahrnt, hat in einem Zeitungsbeitrag der Großen Koalition vorgeworfen, Betreiber umweltschädlicher Kohlekraftwerke bei der Neuregelung des Emissionshandels besonders zu bevorteilen.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (red) - "Die Bundesregierung verhält sich beim Klimaschutz wie eine Titanic-Besatzung, die im Angesicht des Eisbergs die Warnsirene anschaltet und gleichzeitig die Motoren auf volle Kraft stellt", schreibt Zahrnt in einem Beitrag für die Tageszeitung "Neues Deutschland".

Die BUND-Vorsitzende kritisiert, dass die von Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) geplante "Privilegierung der Kohle" wie eine Subvention wirke und so Klimaschutzmaßnahmen behindere. So sollen Kohlekraftwerke je Kilowattstunde Strom das Doppelte an Emissionsrechten erhalten wie die effizienteren Erdgaskraftwerke. Für zwei geplante Großkraftwerke von RWE und Vattenfall in Neurath (Nordrhein-Westfalen) bzw. Boxberg (Sachsen) seien sogar Sonderregelungen geplant, die eine besonders üppige Ausstattung mit kostenlosen Kohlendioxid-Verschmutzungsrechten beinhalten. Zahrnt unterstützt die Forderung nach einer Versteigerung von immerhin zehn Prozent der Emissionsrechte; mehr erlaube die Europäische Union bisher nicht.

Weiterführende Links