Schaffung neuer Arbeitsplätze

BUND für höhere Steuern auf Strom und Heizstoffe

500 000 neue Jobs könnten bis 2010 im Naturschutz hinzukommen, wenn die Wirtschafts- und Energiepolitik ökologisch konsequenter ausgerichtet würde, sagte die Vorsitzende des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND), Angelika Zahrnt, heute in Berlin.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) fordert eine Erhöhung der Steuern auf Strom und Heizstoffe. Die zusätzlichen Einnahmen sollten gezielt zur Förderung der Altbausanierung und anderer Energieeinsparungen eingesetzt werden, sagte die BUND-Vorsitzende Angelika Zahrnt am Mittwoch in Berlin. In diesem Bereich seien die Potenziale für Klimaschutz besonders hoch. Zusätzlich schaffe ein solches Programm Arbeitsplätze im Handwerk, fügte Zahrnt hinzu.

Wenn die Bundesregierung mit solchen Maßnahmen konsequent auf ein ökologisches Wirtschaftsprogramm setze, könnten damit bis 2010 unter dem Strich eine halbe Million zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden, rechnete Zahrnt vor. Bereits jetzt gebe der Umwelt- und Naturschutz 1,5 Millionen Menschen in Deutschland Arbeit. Neben 300 000 Arbeitsplätzen im Bereich erneuerbare Energien und Energiedienstleistungen könnten 200 000 Stellen durch eine nachhaltige Verkehrspolitik entstehen.

Zahrnt bemängelte, der Regierung fehle ein schlüssiges Konzept zur Verkehrswende. Um Wettbewerbsgleichheit zwischen den einzelnen Verkehrsträgern zu schaffen, müsste eine Kerosinsteuer für Inlandsflüge erhoben und der Mehrwertsteuersatz für die Bahn halbiert werden. Für eine Verkehrswende benötige man aber einen "konfliktbereiten Minister", kritisierte sie Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD).

Im Agrarbereich sieht der Verband vor allem Chancen durch eine bessere Vermarktung der Ökoprodukte. BUND-Agrarexpertin Reinhild Benning forderte Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast (Grüne) auf, sie solle sich für Änderungen der Subventionspraxis einsetzen. So sollten die Beihilfen ab einer bestimmten Höhe an Arbeitsplätze gebunden werden, schlug Benning vor.