Unvereinbar mit Klimaschutz

BUND fordert von SPD Absage an neue Kohlekraftwerke

Im Vorfeld des SPD-Parteitages appelliert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) an die Delegierten, nicht für neue Kraftwerke zu stimmen. Die SPD müsse sich entscheiden, ob sie sich für den Klimaschutz einsetze oder "die alte Kohlepartei bleiben wolle", so die Umweltschützer.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) – Die SPD müsse den Leitantrag "Ökologische Industriepolitik" in seiner derzeitigen Form ablehnen, so der BUND. Die im Leitantrag enthaltene Befürwortung des Neubaus von sechs Steinkohle- und drei Braunkohlekraftwerken sei mit einem ambitionierten Klimaschutz unvereinbar.

Erst Anfang dieser Woche habe Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier die Notwendigkeit von mehr Klimaschutz betont, neue Kohlekraftwerke passen nicht dazu, so BUND-Vorsitzende Angelika Zahrnt. Dem Verband zufolge seien bundesweit 26 neue Kohlekraftwerke in Planung, auch wenn Bundesumweltminister Sigmar Gabriel behaupte, es würden lediglich neun Neuanlagen geplant.

Der BUND fordert ein gesetzliches Verbot von Kohlekraftwerken mit einem Gesamtwirkungsgrad von unter 70 Prozent. Moderne Kraft-Wärme-Kopplungs-Kraftwerke, die gleichzeitig Strom und Heizungswärme produzieren, könnten dies erreichen. Die von den Energiekonzernen geplanten Kohlekraftwerke hätten dagegen einen Wirkungsgrad von unter 50 Prozent, womit über die Hälfte der eingesetzten Energie verschwendet würde.