Umweltverträglichkeit

BUND fordert Ökostandards für Bioenergie im EEG

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat vor überhöhten Erwartungen an den Anbau von Energiepflanzen gewarnt. Ihr Potential werde oft überschätzt. Trotzdem sei Energie aus Biomasse ein wichtiger Pfeiler der Energiewende, da sie im Gegensatz zu anderen erneuerbaren Energien problemlos speicherfähig sei.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Biomasse sei eine optimale Ergänzung zur Wind- und Sonnenenergie, aber im Unterschied zu diesen nicht unendlich verfügbar. Ein effizienter Einsatz müsse deshalb oberstes Gebot sein, erklärte der BUND-Energieexperte Werner Neumann. Er sieht den vermehrten Einsatz von "Biokraftstoffen" in Sprit fressenden Pkw-Motoren sehr kritisch. "Die wertvolle Biomasse darf nicht in ineffizienten Motoren und Kraftwerken verheizt werden", so Neumann. "Vorzuziehen ist ihr Einsatz in effizienten Kraft-Wärme-gekoppelten Anlagen zu Erzeugung von Strom und Wärme. Der KWK-Bonus muss bei der anstehenden Neufassung des EEG erhalten und weiter erhöht werden. Das führt zum Ausbau von Nahwärmenetzen, die dann eine noch breitere KWK-Nutzung ermöglichen."

Zudem erklärt Hubert Weiger, Agrarexperte des BUND, dass "sowohl Anbau als auch Import von Energiepflanzen sowie deren Verwertungskette klaren ökologischen Kriterien" genügen müssen. Nur bei einer positiven Energie- und Ökobilanz sei der Einsatz nachwachsender Rohstoffe und erneuerbarer Energien akzeptabel. "Wenn das nicht der Fall ist, steht zwar Bio drauf, aber dahinter verbergen sich Umweltzerstörung und Nahrungsmittelknappheit."

Umweltfreundlich lasse sich Biomasse nur im Ökoanbau erzeugen. Dazu müssten die Agrarsubventionen zugunsten jener Landwirte umverteilt werden, die umweltverträglich und regional produzierten. Über einen Bonus im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) lasse sich der Ökoanbau von Energiepflanzen fördern, so der BUND.