Kohlekraftwerke überflüssig machen

BUND fordert Ausweitung der KWK-Förderung

Deutliche Nachbesserungen am Gesetzentwurf zur Förderung von KWK-Anlagen fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Die Umweltschützer kritisieren die Deckelung der jährlichen Förderung auf 750 Millionen Euro und fordern eine höhere Einspeisvergütung.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Mit der bisher geplanten jährlichen Deckelung der KWK-Förderung auf 750 Millionen Euro werde die Bundesregierung ihr selbst gestecktes Ziel einer Verdoppelung der Energieerzeugung in KWK-Anlagen verfehlen, meint der BUND. Selbst bei optimistischen Annahmen sei so lediglich eine Steigerung um 60 Prozent möglich.

Da eine Vergütung für den effizient erzeugten Strom zudem nur unter zahlreichen Ausnahmen und Befristungen gewährt werde, würden außerdem potentielle Investoren verschreckt. So plane die Bundesregierung, nur selbst genutzten KWK-Strom in Industriebetrieben zu fördern, nicht aber in Dienstleistungseinrichtungen wie Hallenbädern oder Krankenhäusern.

Der BUND fordert eine um 40 Prozent höhere Vergütung für den Strom aus KWK-Anlagen als von der Bundesregierung geplant. Das würde pro erzeugter Kilowattstunde eine Preissteigerung von lediglich 0,5 Cent bedeuten. Ein Durchschnittshaushalt müsste für den umweltfreundlichen Strom monatlich etwa einen Euro mehr zahlen.

"Die Energieunternehmen schüren Ängste vor einer angeblichen Stromlücke, verweigern aber Investitionen in effiziente und klimaschonende Heizkraftwerke", kritisiert der stellvertretende BUND-Vorsitzende Klaus Brunsmeier. Die geplanten Kohlekraftwerke würden "über die Hälfte der eingesetzen Primärenergie vergeuden", da die Wärme einfach entweicht.