Netzausbau-Dilemma

Bund dementiert Einstiegspläne bei Netzbetreiber Tennet

Die Bundesregierung hat Berichten über eine staatliche Beteiligung an der Netzbetreiberfirma Tennet widersprochen. Ob und in welcher Form die staatliche Förderbank KfW bei der Offshore-Anbindung von Windparks eine Rolle spiele, sei offen und werde geprüft, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums am Freitag.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover/Berlin (dapd/AFP/red) - "Ein Einstieg beim Netzbetreiber Tennet kommt allerdings nicht in Betracht", sagte der Sprecher. Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" hatte über eine mögliche Bundesbeteiligung bei Tennet berichtet, damit der Anschluss von Windparks vor der Nordseeküste an das Stromnetz beschleunigt wird.

Wie es hieß, sollten derzeit das Bundeswirtschaftsministeriums unter anderem einen Einstieg der Staatsbank KfW prüfen. Zugleich untersuche das Ressort weitere Möglichkeiten, um Tennet mit zusätzlichem Kapital auszustatten. Unterstützt wird der Plan von Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU). Tennet fehle es nicht an Kreditmitteln, sondern an Eigenkapital, sagte er.

Netzausbau bleibt eine große Baustelle

Wegen der Verzögerungen beim Ausbau der Stromnetze in Deutschland hat sich Niedersachsens Umweltminister Stefan Birkner für eine einheitliche Netzgesellschaft ausgesprochen. "Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende ist es, die Netzanschlüsse der in der deutschen Nordsee im Bau befindlichen und geplanten Windparks sicherzustellen und die großen Stromnetzausbauprojekte von Nord- nach Süddeutschland umzusetzen. Um dies zu beschleunigen, darf es keine Denkverbote geben", sagte der FDP-Politiker am Donnerstag in Hannover.

Bisher werden in Deutschland vier Netzzonen von vier eigenständigen Unternehmen betrieben. Mit einer Netzgesellschaft könnten alle vier Betreiber zusammengeführt und möglicherweise der Bund regulierend mit eingreifen. Wie die genaue Ausgestaltung sein soll, ist aber noch unklar.