Atomkraftgegner

Bütikofer verteidigt Teilnahme an Anti-Castor-Protesten

Grünen-Chef Reinhard Bütikofer hat seine Teilnahme bei den Anti-Castor-Protesten im niedersächsischen Dannenberg verteidigt. Inzwischen sind am Morgen die Container mit dem hochradioaktiven Atommüll im Zwischenlager Gorleben angekommen.

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München (ddp). Seit der rot-grünen Regierungszeit habe sich "eine entscheidende Sache geändert", sagte Bütikofer am Montag im Bayerischen Rundfunk. "Durch den Antrag auf Laufzeitverlängerung beim Atomkraftwerk Biblis A hätten die Atomkonzerne deutlich gemacht, dass sie den Atomkonsens nicht einhalten wollten. Diese Laufzeitverlängerung widerspräche Geist und Buchstaben des Atomausstiegvertrages und des Atomausstieggesetzes. "Und da sagen wir uns: Wenn die Atombefürworter meinen, sich an geschlossene Verträge und an Gesetze nicht halten zu müssen, dann muss man ihnen auch deutlich machen, dass es dagegen Widerstand gibt", betonte der Grünen-Politiker.

Die Proteste bedeuteten nicht, dass deutscher Atommüll im Ausland bleiben solle, sagte Bütikofer. "Sie werden wahrscheinlich bei den Atomgegnern niemanden finden, der sich aus dieser Verantwortung stehlen möchte." Allerdings wolle die CDU "ohne ergebnisoffenen Standortvergleich Gorleben zum Endlager machen". Zudem habe Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) angekündigt, die Erkundungen in Gorleben fortzusetzen. Die Grünen forderten von Anfang an, dass es einen ergebnisoffenen Vergleich mit möglichen Standorten gebe.

Gegen 6 Uhr ist am Montagmorgen der erste Transporter im Lager Gorleben eingetroffen. Bis zuletzt hatten Atomkraftgegner versucht, den Transport zu behindern. Die Polizei löste mehrere Straßenblockaden auf.