Kritik von EnBW-Chef

Bütikofer: Politik ist nicht Schuld an hohen Strompreisen

Grünen-Parteichef Reinhard Bütikofer hat die Kritik von EnBW-Chef Utz Claassen zurückgewiesen, der der Politik die Schuld an den hohen Strompreisen in Deutschland gibt. Außerdem kritisiert er den Vorschlag Claassens, die Laufzeiten der Atomkraftwerke zu verlängern, um in erneuerbare Energien zu investieren.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Stuttgart (red) - In einem Interview mit den Stuttgarter Nachrichten (Donnerstag) sagte Bütikofer: "Claassen galt mal in politischen Kreisen als Energiemanager, der zu seinem Wort steht. Das ist lange her. Jetzt ersetzt er Verlässlichkeit durch Chuzpe."

So lange ein so wesentlicher Teil der Energiekosten an den überhöhten Durchleitungsgebühren liege, "die dieses Energieoligopol abgreift", finde er es verwegen, die Politik verantwortlich zu machen. Bütikofer sagte weiter: "Es sei denn, Claassen will die Politik auffordern, Anti-Kartell-Maßnahmen gegen das Strom-Oligopol zu ergreifen; da wäre ich sehr dafür. Aber der EnBW-Chef denunziert lieber das, was uns den Ausweg eröffnet: uns über erneuerbare Energien aus der Abhängigkeit von den fossilen Ressourcen zu befreien." Claasens jüngster Vorschlag zu Gunsten der Atomenergie sei ein Windei. "Die Energiekonzerne verdienen genug, um heute schon in erneuerbare Energien zu investieren. Wer hindert sie?", so der Grünen Partei-Chef in der Zeitung.

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