Enttäuschung

Bütikofer kritisiert Atomkraft-Befürworter der Union

Die Grünen sehen wegen des Einsatzes der Union für die weitere Nutzung der Kernkraft kaum Möglichkeiten für eine Koalition auf Bundesebene. Darüber hinaus nannte Grünen-Parteichef Reinhard Bütikofer die Klima- und Energiepolitik der Bundesregierung eine große Enttäuschung.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Osnabrück (ddp/sm) - "Wenn sich die Union so sehr für die Atomkraft in die Bresche schlägt, wie das die Bundeskanzlerin zuletzt getan hat", könne man sich "das Gerede über Schwarz-Grün gleich abschminken", sagte Bütikofer der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Kritik an Energiepolitik der Bundesregierung

Laut dem Grünen-Chef habe es 2007 tatsächlich so ausgesehen, als wolle die Große Koalition einen ernsthaften Aufbruch. Seither werde aber "nur noch verzögert und verwässert". Vergangenes Jahr habe Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über Klimaschutz geredet und die "Klima-Queen" gegeben. "Dieses Jahr haben sich die Auto-Lobby, die Kohle-Lobby und die Strom-Lobby neu organisiert - und nun ist sie denen zu Gefallen," kritisierte Bütikofer.

Zugleich forderte er eine neue Staffelung von Strom- und Gastarifen nach dem Verbrauch. "Je mehr Verbrauch pro Kopf, desto teurer wird es - das wäre der richtige Weg", sagte er. Es dürfe nicht so bleiben, dass der, der am meisten verbraucht, relativ am wenigsten zahle.