Sicherheitsmängel

Bürgerinitiativen und Grüne wollen Reaktortransport stoppen

Umweltschützer wollen gerichtlich gegen den für Dienstag (ab 11.00 Uhr) geplanten Reaktor-Transport aus Rheinsberg nach Lubmin vorgehen. Zwei Bürgerinitiativen beantragten heute einstweilige Verfügungen beim Verwaltungsgericht Köln. Auch ein Bürger aus Lindow bei Rheinsberg habe Klage eingereicht.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Rheinsberg (ddp-lbg/sm) - Brandenburgs Grünen-Vorsitzender Axel Vogel forderte, den Transport auszusetzen. Es gebe Hinweise auf Sicherheitsmängel auf der Bahnstrecke, unter anderem lockere Verschraubungen, durchgerostete Bolzen und gebrochene Halterungen, sagte Vogel. Er forderte die Deutsche Bahn auf, die Tragfähigkeit dreier Brücken bei Lindow durch ein unabhängiges Gutachterbüro überprüfen zu lassen. Es gehe hier um den "Transport eines 175 Tonnen schweren Koloss' mit hochgefährlicher strahlender Fracht".

Brandenburgs Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) verwies dagegen darauf, dass alle Genehmigungen eingeholt und die Bedenken eingehend geprüft worden seien. Deshalb sei er überzeugt, dass es ein "sicherer Transport" werde. Er halte die Proteste für unverständlich. Wer den Rückbau von Kernkraftwerken wolle, müsse auch Transporten zustimmen. Der Rheinsberger KKW-Leiter Michael Schönherr sagte, zwei der Brücken bei Lindow würden zusätzlich abgestützt. Zudem verteile sich das Gewicht des Transports auf zahlreiche Achsen.

Infrastrukturminister Reinhold Dellmann (SPD) forderte, bei dem Transport müsse "Sicherheit das oberste Gebot" sein. "Ich erwarte von der DB AG und dem Eisenbahnbundesamt, dass alles getan wird, um die Brücken auf der Strecke bei Lindow absolut sicher zu machen", sagte er.