Sorgen und Ängste

Bürgerinitiativen strikt gegen unterirdische CO2-Speicherung

Mehrere Bürgerinitiativen und Vereine lehnen die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid in Ostbrandenburg weiter ab. Bei einem Gespräch mit Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) bekräftigten Vertreter aus Neutrebbin und Beeskow am Montag ihre Sorgen und Ängste.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Potsdam (ddp-lbg/red) - Sabine Niels von der Bürgerinitiative CO2-Endlager stoppen betonte, Kohlendioxid sei schwerer als Luft und könne sich daher in Senken sammeln. Schon bei einer Konzentration von acht bis zehn Prozent in der Luft könne CO2 zum Tod führen. Wolf Ignaz vom Verein BruchKultur in Neutrebbin im Oderbruch sagte: "Es gibt keine Sicherheit für Endlager." Die unterirdische Speicherung von CO2 sei zudem keine Lösung für die Energiepolitik.

Vattenfall will Gebiete in Brandenburg erkunden

In Beeskow und Neutrebbin will der Energiekonzern Vattenfall Gebiete zur Speicherung von CO2 erkunden. Das Unternehmen will die sogenannte CCS-Technologie zur Abscheidung und Speicherung von CO2 voranbringen. Das Landesamt Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg prüft derzeit Anträge zur Erkundung der möglichen beiden Speichergebiete. Mitarbeiter Thomas Höding sagte, zurzeit laufe die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange. Bis zu einer Entscheidung könnten noch Monate vergehen.

Bedenken der Bürger ernst nehmen

Junghanns versprach, die Bedenken und Anregungen würden ernst genommen. Die Sicherheit stehe an vorderster Stelle. Die Technologie müsse sicher und beherrschbar sein. Zugleich verteidigte der Minister die CCS-Technologie, denn für einen sicheren Energiemix werde weiterhin die Braunkohle gebraucht. Die müsse jedoch sauberer werden. Dabei wäre ihm eine stoffliche Verwertung des CO2 lieber. Forschungen dazu stünden jedoch erst am Anfang.