Zulauf

Bürgerinitiativen gegen Braunkohle-Tagebau

Im Süden von Sachsen-Anhalt formieren sich Bürgerinitiativen gegen einen Braunkohle-Abbau. Zuerst hatte sich in Röcken bei Lützen eine Initiativgruppe gegen einen möglichen Tagebau der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft (Mibrag) gebildet. Nun wurde im benachbarten Sössen eine Initiative gestartet.

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Lützen/Röcken (ddp-lsa/sm) - An dem von Röckens Gemeinderat und Bürgern vor Weihnachten verschickten Protestbrief wird sich Sössen laut Bürgermeister Dirk Könnecke "wahrscheinlich beteiligen". Darin werden Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU), der Landtag, der Bundestags-Kulturausschuss und das Landesbergamt unter anderem vor der "Zerstörung einer international bekannten Kulturlandschaft" gewarnt, vor Umweltschäden und vor der "Vertreibung und Entwurzelung" der Menschen.

Röckens Bürgermeisterin Marlies Riedel rechnete mit Reaktionen im neuen Jahr. Im Gespräch mit Mibrag-Vertretern, denen das Schreiben ebenfalls übergeben worden sei, hätten diese betont, dass auch eine Entscheidung gegen den Tagebau noch möglich sei. Probebohrungen bei Sössen hätten aber offenbar nur geringe Abweichungen von bekannten Ergebnissen aus DDR-Zeiten ergeben. Seit dem Frühjahr 2006 erkundet die Mibrag die Braunkohle-Lagerstätten in der Region, die sie für ein geplantes neues Kraftwerk in Profen benötigen könnte.

Riedel zufolge werden die Probebohrungen 2007 weitergehen. Die Gemeinderäte neigten nicht dazu, etwas dagegen zu unternehmen, nachdem sie Bohrungen auf Gemeindeland schon Anfang 2006 zugestimmt hatten. Mitte Januar jedoch wollen die Röckener laut Riedel mit einem Rechtsanwalt über weitere Schritte beraten.