Ungenügend

Bürgerinitiative kritisiert neue Wingas-Vorschläge zur OPAL-Trasse

Der geplante Bau der Erdgastrasse OPAL (Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung) stößt bei Anwohnern weiter auf Widerstand. Das Raumordnungsverfahren für die Erdgasleitung war im Februar ausgesetzt worden, bis Wingas weitere Varianten für den Standort der Verdichterstation vorlegt.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Groß Köris (ddp/sm) - Die Bürgerinitiative gegen den Bau einer Verdichterstation in Groß Köris bei Königs Wusterhausen warf dem Investor Wingas AG am Dienstag vor, dass auch die seit kurzem ausliegenden ergänzenden Planungsunterlagen viele Anregungen zum Vorhaben nicht berücksichtigten. "Wingas beharrt weiter auf Durchsetzung der gewinnoptimierenden Variante - gegen die Bürger und gegen die Natur", kritisierte die Initiative.

Zwar seien jetzt drei neue Standorte für die Verdichterstation ins Gespräch gebracht worden, heißt es weiter. Davon trage allerdings nur einer den "Forderungen der Bürgerinitiativen ansatzweise Rechnung". Mit Baruth sei ein Standort in der Nähe energieintensiver Holzverarbeitungsindustrie aufgenommen worden, die in der Lage sei, die beim Verdichtungsprozess anfallende Abwärme zu nutzen. Bisher solle die Abwärme ungenutzt in die Atmosphäre geblasen werden.

Auf Vorschläge zu prüfen, ob der Gastransport über bestehende oder bereits geplante Pipelines erfolgen könne, sei Wingas nicht eingegangen, kritisierte die Bürgerinitiative weiter. Auch die Anregung, statt einer großen Verdichteranlage zwei kleinere Stationen zu bauen, werde nur kurz aufgegriffen.

Die OPAL von Greifswald/Lubmin in Vorpommern zur tschechischen Grenze soll 270 Kilometer über Brandenburger Gebiet führen. Das Brandenburger Infrastrukturministerium hatte Mitte Juli mitgeteilt, dass Wingas vier mögliche Verdichterstandorte bei Groß Köris, Mochheide, Radeland und Baruth sowie zwei Trassenvarianten vorgelegt habe.