Streit um Kohlekraftwerk

Bürgerinitiative gegen Kraftwerksbau weist Kritik zurück

Im Streit um den geplanten Neubau eines Kohlekraftwerks in Ensdorf verschärft sich der Ton. Die Bürgerinitiative gegen das Kraftwerk fordert eine Entschuldigung von IHK-Vizepräsident Philipp Gross, der die Kraftwerksgegner als "Weltverbesserer, Wundergläubige und Egoisten" bezeichnet hat.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Saarbrücken (ddp-rps/sm) - In einem am Donnerstag veröffentlichten Brief an die IHK kritisiert die Vorsitzende der Bürgerinitiative, Jutta Krüger-Jacob, diese Äußerung als "Schlag ins Gesicht" der inzwischen über 22.000 Unterstützer einer Petition gegen den Neubau. Krüger-Jacob forderte eine Entschuldigung für diese Äußerung sowie den Übergang zu einer "fairen und sachlichen" Auseinandersetzung über den geplanten Neubau.

Die Bürgerinitiative sei nicht grundsätzlich gegen ein neues Kraftwerk am Standort Ensdorf, sondern opponiere vor allem gegen die geplanten Ausmaße. Schon deshalb gehe Gross völlig fehl, wenn er die Kritiker der Kraftwerkspläne als "realitätsfremde Totalverweigerer" diffamiere. Zudem hätten sich inzwischen auch rund 500 Mediziner sowie weitere Umweltschutzverbände gegen den Neubau eines Kohlekraftwerks in der geplanten Größe ausgesprochen, fügte Krüger-Jacob hinzu.

Nach bisherigen Plänen will RWE-Power am Standort Ensdorf ein neues Kohlekraftwerk mit einer Leistung von 1600 Megawatt errichten. Dazu sind Investitionen von rund zwei Milliarden Euro geplant.