Strom-News
Abschaltung der 7 AKWMit der Abschaltung und der Sicherheitsüberprüfung von sieben Atomkraftwerken in Deutschland schlägt die Regierung einen neuen Kurs in der Atompolitik ein, viele Bürger halten dies allerdings für Wahlkampftaktik. Die meisten glauben nicht an eine Trendwende in der CDU, nur wenige sind von einer dauerhaften Abschaltung überzeugt.
Köln (red) - Die große Mehrheit der Deutschen (68 Prozent) hält die Aussetzung der Laufzeitverlängerung von Angela Merkel für reines Wahlkampfmanöver. Nur jeder vierte Bürger (26 Prozent) hält das dreimonatige Atom-Moratorium für einen glaubwürdigen Kurswechsel der Union. Dies ergab der neuste Deutschlandtrend im ARD-Morgenmagazin.
72 Prozent der Deutschen würden mehr Geld für Strom ausgeben, damit vollständig auf Atomstrom verzichtet werden kann. 24 Prozent der Befragten wären nicht dazu bereit.
Die Atomkatastrophe in Japan lässt die Grünen in der Wählergunst im Vergleich zum 10. März 2011 um fünf Prozentpunkte steigen. Sie sind damit so stark wie zuletzt im Dezember 2010. Der Deutschlandtrend ist eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des ARD-Morgenmagazins. Befragt wurden am 15. und 16. März 1000 Bundesbürger.
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Wenige Stunden nach der Anordnung zur Abschaltung der Reaktoren Neckarwestheim I und Philippsburg I hat der Betreiber EnBW die Meiler vom Netz genommen. Das AKW Unterweser sowie der Meiler Isar I sollen noch am Donnerstag heruntergefahren werden, am Freitag folgt Biblis A.
Von den 17 deutschen Atomkraftwerken gehen einige vorübergehend vom Netz. Ob diese nach der Überprüfung wieder angeschaltet werden, ist unklar, zumal der Strom aus den Kernkraftwerken anscheinend problemlos ersetzt werden kann. Aber wie sähe es aus, wenn komplett auf Atomstrom verzichtet würde?
Die vier Atomkraftwerke in Baden-Württemberg sollen laut einer Studie des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) hohe Sicherheitsmängel aufweisen, die auch nicht durch Nachrüstungen zu beheben seien. Atomkraftgegner fordern die sofortige Abschaltung eines der AKWs.
Greenpeace-Aktivisten protestierten am Donnerstag am Berliner Hauptbahnhof gegen das Festhalten der Deutschen Bahn AG an Atomstrom. Die Bahn ist der größte Stromverbraucher in Deutschland und bezieht ihren Atomstrom aus Neckarwestheim, einem der ältesten und umstrittensten Meiler überhaupt.
Die deutschen Energiekonzerne erwägen nach einem Bericht des Düsseldorfer "Handelsblatts" vom Montag, ältere Atomkraftwerke aus wirtschaftlichen Erwägungen früher als vorgeschrieben vom Netz zu nehmen. Atomkraftgegner begrüßten dies und sagten, jede Stilllegung bedeute ein Risiko weniger.Strompreise vergleichen
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