Klimaschutz

Bürger-Appell für Energieeffizienz per Gesetz

Mit einem Online-Appell fordern einige Bürger und Verbände von Bundeskanzlerin Merkel und Bundesumweltminister Gabriel, mit einer gesetzlichen Pflicht zur effizienten Stromerzeugung den Neubau von Kohlekraftwerken zu verhindern.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (red) - Im Anlagenzulassungsrecht müsse verankert werden, dass neue Kraftwerke mindestens 58 Prozent der im Brennstoff enthaltenen Energie zur Stromerzeugung nutzen müssen - so wie dies bereits in modernen Gas-Kraftwerken Stand der Technik sei. Zusätzlich müsse die Abwärme als Heizenergie zur Verfügung gestellt werden. Die Online-Aktion wird von der Deutschen Umwelthilfe (DUH), der Infoplattform Wir-Klimaretter.de und dem Online-Netzwerk Campact organisiert.

"Den Energiekonzernen ist unser Weltklima egal: Sie wollen in Deutschland mehr als 20 neue Kohlekraftwerke bauen. So verfehlt unser Land seinen Beitrag zum internationalen Klimaschutz", befürchtet Christoph Bautz vom Online-Netzwerk Campact.

"Angesichts des einsetzenden Klimawandels können wir es uns nicht mehr leisten, Energieträger völlig ineffizient zu verbrennen und mehr als die Hälfte der in ihnen enthaltenen Energie ungenutzt als Abwärme zu verschwenden", so Gerd Rosenkranz von der DUH. "Mit der Pflicht zur Effizienz per Gesetz bekäme die Bundesregierung endlich ein wirksames Instrument in die Hand, die Pläne der Energiekonzerne zum Neubau zahlreicher konventioneller Kohlekraftwerke zu stoppen."

Nach Einschätzung der Organisationen steht Deutschland vor einer klimapolitischen Grundsatzentscheidung. "Setzen sich in den nächsten Monaten die Konzerne durch, dann wird für die nächsten 40 bis 50 Jahre eine veraltete und ineffiziente Stromproduktion zementiert", so Toralf Staud von Wir-Klimaretter.de. "Dabei besteht mit Energieeinsparung, moderne Gas-Kraftwerke und erneuerbaren Energien kein Mangel an Alternativen".

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