Geschichte

Buch über Atomkraftwerk Rheinsberg wird vorgestellt

Die mehr als 40-jährige Geschichte des Kernkraftwerks Rheinsberg steht im Mittelpunkt eines Buches, das heute in Berlin vorgestellt wird. Das Werk "Rheinsberg. Ein Kapitel deutscher Kernkraftwerksgeschichte" dokumentiert die Zeit der kommerziellen Nutzung des AKW sowie die Phase des Rückbaus.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Rheinsberg/Berlin (ddp-lbg/red) - Die Autoren Peter Jacobs und Helfried Liebsch prädieren in dem Buch dafür, dem KKW-Standort zwischen Nehmitzsee und Stechlinsee eine "Chance für das nachatomare Zeitalter" zu geben.

NABU fordert Abriss

Der Naturschutzbund Brandenburg (NABU) forderte unterdessen, den Abriss des KKW zu beschleunigen. Der Zeitpunkt für den vollständigen Rückbau werde von den Energiewerken Nord GmbH (EWN) "immer weiter nach hinten geschoben", kritisierte der NABU in Potsdam. Zudem sieht der NABU die Atomaufsicht durch das Land verletzt. Es gebe zu wenig öffentliche Informationen über das Ausmaß der radioaktiven Verseuchung des Kernkraftgeländes in Rheinsberg sowie des dortigen Grundwassers.

Seit 1990 stillgelegt

Das Kernkraftwerk im nordbrandenburgischen Rheinsberg wird seit 1995 durch die EWN mit Hauptsitz in Lubmin schrittweise abgerissen. Der 70-Megawatt-Block war 1966 in Betrieb genommen und 1990 stillgelegt worden. Im Oktober 2007 wurde der kontaminierte Reaktordruckbehälter ins atomare Zwischenlager Lubmin gebracht. Es war der erste komplette Reaktor, der auf dem öffentlichen Schienennetz transportiert worden war.