Weitere Mängel

Brunsbüttel und Krümmel gehen 2007 nicht mehr ans Netz

Die beiden Pannenreaktoren Brunsbüttel und Krümmel bleiben noch mindestens bis Anfang 2008 abgeschaltet, so Schleswig-Holsteins Sozialministerin Trauernicht. Vor dem Wiederanfahren müssten noch einige Untersuchungen abgeschlossen werden, die Probleme mit den Dübeln seien grüßer als erwartet.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp-nrd/sm) - Seit den Störfällen im Juni habe es in beiden Atomkraftwerken "zahlreiche meldepflichtige Ereignisse gegeben, die wir weiter untersuchen", sagte Gitta Trauernicht (SPD) dem Hamburger Abendblatt. Mit abschließenden Ergebnissen sei frühestens Anfang 2008 zu rechnen, "es kann möglicherweise aber auch viel länger dauern", so die Ministerin.

Ein Sprecher des Betreibers Vattenfall Europe bestätigte den Bericht auf ddp-Anfrage. Durch den Stillstand verschiebe sich der Termin für die endgültige Abschaltung des Reaktors von Frühjahr 2009 auf Ende 2009, sagte Ivo Banek. Auch die Restlaufzeit des Atommeilers Krümmel verschiebe sich um mehrere Monate. Krümmel werde voraussichtlich im Jahr 2016 endgültig vom Netz gehen.

Ursprünglich wollte Vattenfall beide AKW bereits im Herbst wieder anfahren. Der Stillstand kostet den Energiekonzern jeden Tag rund eine Million Euro, wie das "Hamburger Abendblatt" weiter berichtete. Trauernicht will den Betreiber persönlich über die Verzögerung informieren. "Die Probleme mit den Dübeln in beiden Reaktoren sind größer als erwartet", sagte die Ministerin. In Brunsbüttel sei etwa die Hälfte der untersuchten Dübelverbindungen fehlerhaft. In Krümmel seien es je nach Dübelhersteller 20 bis 70 Prozent.

Krümmel war nach einem Störfall am 28. Juni vom Netz genommen worden, Brunsbüttel nach einer Pannenserie am 18. Juli.
Weiterführende Links
  • Zum Artikel des Hamburger Abendblattes