Untersuchungen laufen

Brunsbüttel geht vorerst nicht wieder ans Netz

Der Atommeiler Brunsbüttel geht vorerst nicht wieder ans Netz. Grund sind zusätzliche Untersuchungen am Sicherheitsbehälter des Kraftwerks, zudem wolle Vattenfall mehrere Brennelemente austauschen. Währenddessen kam es im nicht weit entfernten AKW Brokdorf zu einem meldepflichtigen Ereignis.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Brunsbüttel/Kiel (ddp/sm) - Experten überprüfen seit Montag die Dübelverbindungen im Sicherheitsbehälter des Kernkraftwerkes. Im Sicherheitssystem waren in der vergangenen Woche fehlerhafte Halterungen für Rohrleitungen des Not- und Nachkühlsystems entdeckt und das AKW daraufhin am Samstag komplett abgeschaltet worden.

"Die anschließende Bewertung der Untersuchungsergebnisse durch die Oberste Baubehörde, die Sachverständigen und die Reaktorsicherheitsbehörde werden weitere Zeit in Anspruch nehmen und gegebenenfalls auch weitere Untersuchungen notwendig machen", sagte die Kieler Sozialministerin Trauernicht. Bis zum Abschluss dieser Bewertung bleibe Brunsbüttel vom Netz.

Außerdem wolle der Betreiber mehrere Brennelemente austauschen. Vattenfall reagiere damit auf Nachfragen der Reaktorsicherheitsbehörde. Anhand der Fernüberwachung seien leicht erhöhte Edelgaswerte festgestellt worden, die jedoch innerhalb der Genehmigungswerte gelegen hätten.

Vattenfall-Sprecher Ivo Banek zufolge soll ein defektes Brennelement ausgewechselt werden. Messwerte des Reaktorwassers hätten Anzeichen für eine "beginnende Undichtigkeit im Hüllrohr eines der 532 Brennelemente" ergeben. Aus Gründen der Kernsymmetrie müssten auch drei weitere Elemente mit ausgetauscht werden. Die Arbeiten könnten bis zu 14 Tage dauern. Während dieser Zeit bleibe das Kraftwerk vom Netz.

Pumpenausfall in Brokdorf

Unterdessen ist es im nur wenige Kilometer entfernten Atomkraftwerk Brokdorf zu einem so genannten meldepflichtigen Ereignis gekommen. Der Betreiber E.ON habe darüber informiert, dass an einer von vier Nebenkühlwasserpumpen zu hohe Laufgeräusche festgestellt und die Pumpe daraufhin abgeschaltet worden sei, sagte ein Ministeriumssprecher. Ein Herunterfahren der Anlage sei nicht notwendig.