CO2 einsparen

Brüssel will Bemühungen um Klimaschutz beschleunigen

Die EU-Kommission dringt auf mehr Tempo beim Klimaschutz. In ihrem "Fahrplan für eine kohlenstoffarme Wirtschaft 2050" schlägt die Kommission eine Verringerung der CO2-Emissionen um 25 Prozent vor, gemessen am Niveau von 1990. Bisher war bis 2020 eine Reduktion um 20 Prozent vorgesehen.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Straßburg (afp/red) - Besonders bei der Gebäudesanierung soll es vorangehen. Auch im Bereich Energieeffizienz und Energiesparen wurden Vorschläge verabschiedet.

Jährlich drei Prozent der Gebäude sanieren

Vor allem im Gebäudesektor, der rund 40 Prozent der Energie in der EU verschlinge, müsse mehr getan werden, erläuterte der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger vor Journalisten. Dabei müsse die öffentliche Hand, der rund zwölf Prozent aller Gebäude gehörten, als "Pionier und Vorbild" vorangehen. Die Kommission schlage vor, jährlich drei Prozent der öffentlichen Gebäude zu sanieren. "Dies ist doppelt so viel wie in den letzten Jahren", sagte Oettinger. Für Privathaushalte müsse es mehr Anreize zum Energiesparen geben, etwa zum Einbau doppelverglaster Fenster. Heute seien EU-weit 40 Prozent der Fenster nur einfach verglast.

Verbindliche Zielangaben für eine bessere Energieeffizienz enthält die Vorlage der Kommission nicht. Sollte sich das Tempo aber bis 2013 nicht beschleunigen, werde die Kommission "verpflichtende Vorgaben" vorschlagen, kündigte Oettinger an. Noch vor dem Sommer dieses Jahres werde sie zudem Gesetzgebungsvorschläge machen, die auf Energieeinsparungen abzielen.

80 Prozent weniger CO2 bis 2050

Die Kommissarin für Klimaschutz, Connie Hedegaard, bekräftigte das Langzeitziel, die CO2-Emissionen bis 2050 gegenüber dem Stand 1990 um 80 Prozent zu reduzieren. Dazu müssten diese Emissionen bis 2020 um ein Viertel verringert werden. Dies sei mit den bestehenden EU-Vorschriften und bekannten Technologien - etwa Elektroautos - zu erreichen. Zudem gelte weiterhin das Angebot der EU, ihre CO2-Emissionen bis 2020 sogar um 30 Prozent zu verringern, falls es eine entsprechende internationale Vereinbarung gebe.

Kosten und mögliche Einsparungen

Der Kommissionvorschlag enthält Hedegaard zufolge erstmals konkrete Zielvorgaben für einzelne Sektoren - beispielsweise für die Industrie, den Verkehr, die Landwirtschaft und die Gebäude. Die Kosten für den Aktionsplan zur CO2-Reduzierung bezifferte die dänische Kommissarin auf 270 Milliarden Euro pro Jahr. Dem stünden aber erhebliche Einsparungen gegenüber, etwa bei den Ausgaben für Erdölimporte. Zudem werde eine sauberere Luft zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit führen, was wiederum den Krankenkassen Ausgaben erspare.