Atomausstieg

Brüderle für deutliche Verlängerung der AKW-Laufzeiten

Bundeswirtschaftsminister Brüderle sprach sich beim Kongress des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft für eine "signifikante" Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke in Deutschland aus. Dies sorge für niedrigere Strompreise. Die Grünen kritisieren, die Union habe sich von Atomkraft als "Brückentechnologie" verabschiedet.

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Berlin/Mainz (ddp/red) - Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) tritt für eine deutliche Laufzeitverlängerung deutscher Atomkraftwerke ein. "Ich habe mich immer für eine signifikante Laufzeitverlängerung ausgesprochen", sagte er am Donnerstag beim Kongress des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in Berlin. Entscheidend dafür seien die absehbaren volkswirtschaftlichen Vorteile.

Geringere Strompreise als Erfolg

Längere AKW-Laufzeiten führten zu geringeren Strompreisen und niedrigeren CO2-Preisen und auch den Klimaschutz verwendet der Minister als positives Argument für die längeren Laufzeiten der Atomkraftwerke. Ohne die Verlängerungen würde zudem die Abhängigkeit vom Ausland wegen erhöhter Energieimporte zunehmen. Die erneuerbaren Energien müssten möglichst schnell zur Marktreife geführt werden. "Angesichts der erfolgten Preissenkungen im Markt ist es sachgerecht, die bestehende Überförderung bei der Vergütung von Solarstrom kurzfristig abzuschmelzen", sagte Brüderle. Nur auf diese Weise seien ausufernde Kosten und reine Mitnahmeeffekte zu vermeiden.

Grüne: Atomkraft als Brückentechnologie?

Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin warnte, die geplanten AKW Laufzeitverlängerungen bremsten den Weg in die erneuerbaren Energien. "Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat sich von der Idee der Atomenergie als Übergangstechnologie verabschiedet", sagte Trittin am Donnerstag in Mainz zum Start der Aktion "Atomkraft? Ich bin doch nicht blöd!". Wer über Brückentechnologien spreche, müsse die Laufzeiten eher verkürzen als verlängern.