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Broschüre: Was Strom aus erneuerbaren Energien wirklich kostet

Staatlich subventioniert, zu teuer und unwirtschaftlich - so lauten häufig die Vorwürfe wenn es um Ökostrom geht. Gleichzeitig werden die gestiegenen Belastungen aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz gern zur Rechtfertigung der hohen Strompreise genutzt. Eine neue Broschüre des Umweltministeriums will das Gegenteil beweisen.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (red) - Die hohen Strompreise in Deutschland werden oftmals mit den gestiegenen Belastungen aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) begründet. Staatlich hoch subventioniert, zu teuer und unwirtschaftlich - so lauten die gängigen Vorwürfe gegen den umweltfreundlichen Strom. Eine neue Broschüre des Bundesumweltministeriums will diese Vorwürfe entkräften.

Strom aus Wind, Sonne und Biomasse wird durch eine Umlage auf die Stromrechnung der Haushalte gefördert, heißt es in dem Dokument. Für einen dreiköpfigen Musterhaushalt seien es im vergangenen Jahr 1,50 Euro pro Monat gewesen. Auf die Kilowattstunde umgerechnet habe dies etwa drei 3 Prozent oder knapp 0,5 Cent ausgemacht - ein Anstieg von etwa einem Zehntelcent gegenüber 2003. Der Strompreis für Haushalte sei demgegenüber insgesamt um 0,8 Cent pro Kilowattstunde gestiegen. "Der Anteil der Erneuerbaren am Haushaltsstrompreis ist also vernachlässigbar gering", bilanziert das Umweltministerium in der neuen Broschüre.

Den Löwenanteil an den Strompreissteigerungen haben laut Umweltministerium die Kosten für Stromerzeugung und Stromtransport. Einschließlich der Umsatzsteuer habe ihr Anteil an den jährlichen Preissteigerungen seit 2001 zwischen 59 und 82 Prozent betrage, im laufenden Jahr werden es voraussichtlich sogar 85 Prozent sein. Hinzu käme, dass die Netznutzungsentgelte, die 30 bis 40 Prozent des Strompreises ausmachen, in Deutschland weit über dem Durchschnitt in der Europäischen Union lägen. Es sei daher dringend mehr Wettbewerb auf dem Energiemarkt möglich.

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