Personalkarussell

Brinker offenbar als neuer RWE-Chef im Gespräch

Einem Pressebericht zufolge könnte Werner Brinker vom Oldenburger Energieversorger EWE auf den RWE-Chefsessel gehievt werden. Die Tage von Harry Roels bei RWE scheinen gezählt. Brinker gilt als Machertyp und als politisch gut vernetzt.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Der Vorstandsvorsitzende des Oldenburger Energieversorgers EWE, Werner Brinker, ist einem Medienbericht zufolge als Nachfolger des in die Kritik geratenen RWE-Chefs Harry Roels im Gespräch. Bei der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung des zweitgrößten deutschen Energiekonzerns am Mittwoch solle auch über diesen Personalvorschlag diskutiert werden, berichtete "Die Welt" (Dienstagausgabe). Ob RWE-Aufsichtsratschef Thomas Fischer mit Brinker bereits eine Vereinbarung getroffen habe, sei noch unklar.

Brinker gilt dem Bericht zufolge als einer der erfolgreichsten Manager der Energiebranche. Durch die Übernahme des ostdeutschen Gasimporteurs VNG mit Sitz in Leipzig habe er aus dem Oldenburger Regionalversorger den fünftgrößten deutschen Energiekonzern geformt, schreibt das Blatt weiter. Als Präsident des Verbandes der deutschen Elektrizitätswirtschaft (VDEW) gelte Brinker zudem als politisch gut vernetzt. Brinker, der von Branchenblättern zum "Energiemanager des Jahres 2006" gewählt wurde, habe als EWE-Chef zudem ausreichend Erfahrung mit kommunalen Aktionären gesammelt, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Branchenkreise. Diese stellten auch bei RWE die stärkste Gruppe unter den Anteilseignern.

Roels war dem Bericht zufolge trotz guter Sanierungsarbeit zuletzt in die Kritik des Aufsichtsrats geraten, weil er keine überzeugende Zukunftsstrategie für RWE entwickelt und sich nach Ansicht der Kritiker zu wenig in die Gestaltung der energiepolitischen Rahmenbedingungen eingemischt hat. Sein Vertrag läuft Ende Februar 2008 aus und steht nun zur Verlängerung an.