Langzeitprojekt

Brennstoffzelle bei Michelin ist Energieweltmeister

Seit 21.000 Betriebsstunden ist sie im Einsatz und hat über 3,7 Millionen Kilowattstunden Strom und viel Dampf produziert: Die Schmelzkarbonat-Brennstoffzelle im Michelin Reifenwerk in Karlsruhe. Nach Angaben der EnBW ist dies die größte Energiemenge, die weltweit von einer Anlage dieses Typs erzeugt wurde.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Karlsruhe (red) - Brennstoffzellen gelten als umweltschonende Zukunftstechnologie und werden derzeit in zahlreichen Projekten auf Praxistauglichkeit und Einsatzmöglichkeiten getestet. Das Projektkonsortium in Karlsruhe wird von der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) geführt und umfasst die Michelin Reifenwerke KGaA, die MTU CFC Solutions GmbH als Hersteller der Brennstoffzelle und die Stadtwerke Karlsruhe. Das Projekt wird zu 50 Prozent aus Mitteln aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm der Bundesregierung unterstützt.

Die bei Michelin eingesetzte Brennstoffzelle "Hot Module" mit einer elektrischen Leistung von bis zu 250 Kilowatt und der thermischen Leistung von maximal 180 Kilowatt ist seit Februar 2003 in Betrieb. Seitdem versorgt sie das Karlsruher Werk mit Strom und 200 Grad Celsius heißem Prozessdampf für die Vulkanisation von LKW-Reifen. Brennstoffzellen weisen im Vergleich zu anderen herkömmlichen Techniken einen hohen Wirkungsgrad auf und setzen durch die direkte Energieumwandlung am Installationsort sehr geringe Schadstoffemissionen frei, teilte die EnBW mit. Das Brennstoffzellenprojekt unterstützt das Ziel von Michelin, die Reifenfertigung so umweltschonend wie möglich zu gestalten, da der Produktionsort mitten im Karlsruher Stadtgebiet liegt.

MTU CFC Solutions hat bisher gemeinsam mit Lizenz- und Vertriebspartnern 30 Anlagen dieses Typs in verschiedensten Anwendungen weltweit installiert. Das Ziel des Unternehmens ist, durch verstärkte Kostensenkung und größere Stückzahlen die Investitionskosten für die Anlagen mittelfristig auf ein kommerziell wettbewerbsfähiges Niveau und zur Serienreife zu bringen. Daher entwickeln und optimieren die MTU-Mitarbeiter in Kooperation mit Projektpartnern wie dem Karlsruher Projektkonsortium integrierte Systemlösungen.

Die EnBW wie auch die Stadtwerke Karlsruhe erwarten von dem Projekt Aufschluss darüber, inwieweit und für welche Anwendungsfälle die Brennstoffzellentechnologie in absehbarer Zeit eine sinnvolle Option für die dezentrale Strom- und Wärmeerzeugung bietet. Mit der Michelin-Anlage erprobt die EnBW eine Brennstoffzelle der größten heute produzierten Leistungsklasse. Die anderen derzeit 17 Anlagen verschiedener, kleinerer Leistung und unterschiedlichen Typs dienen der Hausenergieversorgung bei Kunden und Partnern.