Prognos-Studie

Braunkohle bleibt bedeutender Wirtschaftsfaktor

Knapp 23 600 Arbeitsplätze werden direkt oder indirekt durch die ostdeutsche Braunkohlenindustrie gesichert. Zu diesem Ergebnis kommt eine heute in Dresden vorgestellte Studie der Prognos AG im Auftrag von Vattenfall mit dem Titel "Energie- und regionaiwirtschaftliche Bedeutung der Braunkohle in Ostdeutschland".

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Dresden (red) - Wie aus der Untersuchung hervorgeht, kommen auf jeden Beschäftigten in der Braunkohleindustrie ein Erwerbstätiger in Zulieferbetrieben sowie 0,3 Beschäftigte in Bereichen, in denen die Arbeitnehmer Konsumausgaben tätigen. "Als bedeutender Wirtschaftsfaktor in Ostdeutschland sowie als industrieller Kern in der Lausitz und in Mitteldeutschland wird die ostdeutsche Braunkohlerwirtschaft auch in Zukunft einen erheblichen Beitrag zur Energieversorgung in Deutschland leisten", erläuterte der Marktfeldleiter Energie und Wasser der Prognos AG, Jens Hobohm, die Ergebnisse.

Wie die Autoren der Studie weiter hervorheben, seien in der Lausitz und in Mitteldeutschland direkt mehr als 10 000 Menschen in der Braunkohlenindustrie beschäftigt. Die Arbeitsentgelte summierten sich auf jährlich 482 Millionen Euro. Am wichtigsten sei die Braunkohlenwirtschaft für den Spree-Neiße-Kreis (2124 Beschäftigte), den Niederschlesischen Oberlausitzkreis (1380), die Stadt Cottbus (1290) sowie Hoyerswerda (872) und das Leipziger Land (813). "Das Ergebnis der Studie ist wichtig für die Region, bestärkt uns in unserer Arbeit und bekräftigt unsere Planungen zum Bau eines weiteren Kraftwerksblockes am Standort Boxberg", kommentierte Reinhardt Hassa, Vorstand der Vattenfall Europe AG sowie Vorstandssprecher von Vattenfall Europe Mining & Generation.

Am Standort Boxberg plant das Unternehmen den Bau eines zusätzlichen Kraftwerksblockes auf Braunkohlenbasis mit 675 Megawatt installierter Kapazität. Nach Schätzungen der Prognos AG werden allein auf der Baustelle knapp 1000 Menschen Beschäftigung finden, im langfristigen Betrieb entstünden rund 50 bis 70 neue Arbeitsplätze.

Aus der Studie geht ebenfalls hervor, dass die Großhandelspreise für Strom bis 2010 um 3,8 Prozent zurückgehen. Während 2005 die Megawattstunde im Durchschnitt noch 36,7 Euro kostete, liege der Preis 2010 bei 35,3 Euro. Verantwortlich dafür seien vorallem sinkende Brennstoffkosten. Diese verteuerten sich aber ab 2010 wieder. Dann würden auch die Strompreise im Großhandel wieder auf 36,7 Euro pro Megawattstunde ansteigen.

Bis 2030 erwarten die Autoren dann eine weitere Verteuerung der realen Großhandelspreise für Strom gegenüber 2005 um etwa 22 Prozent auf 44,6 Euro pro Megawattstunde. Bis zum Jahr 2050 geht die Studie von einem Preis von 53,3 Euro aus. Grund seien steigende Kosten für Primärenergieträger und Emissionszertifikate.

Die Studie der Prognos AG hat die heutige ostdeutsche Braunkohlenindustrie untersucht und ihre Entwicklung bis zum Jahr 2050 prognostiziert. Fazit: Derzeit könne nur die Kernenergie als Primärenergieträger eine ähnlich gute Wirtschaftlichkeit wie die Braunkohle vorweisen. Auch die Sicherheit der Versorgung sei höher als die von Steinkohle, Erdgas oder Kernenergie. Voraussetzung sei hier jedoch die Genehmigung neuer Abbaufelder. Bei der Umweltverträglichkeit schnitten allerdings andere Energieträger besser ab, Abhilfe soll die CO2-Abscheidung schaffen.