Kritik an Deutschland

Brasilien auf Platz 1 beim Klimaschutz-Ranking

Brasilien hat nach einer Untersuchung der Umweltorganisation Germanwatch beim Klimaschutz weltweit die Nase vorn. Bei der Vorstellung des Klimaschutzindex' am Montag in Kopenhagen bekam das Schwellenland Bestnoten. Deutschland landet im Klima-Ranking nur auf Platz 7.

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Kopenhagen (ddp/red) - "Es ist großartig, dass Volkswirtschaften wie die brasilianische an die Spitze des Rankings vorgestoßen sind. Das zeigt, mit welcher Ernsthaftigkeit Klimapolitik in den Schwellen- und Entwicklungsländern betrieben wird", sagte Christoph Bals, Politischer Direktor von Germanwatch. Der Index vergleicht zum fünften Mal 57 Industrie- und Schwellenländer auf Grundlage ihrer Leistungen für den Klimaschutz.

Deutschland verliert Vorreiterrolle beim Klimaschutz

Deutschland platzierte sich hinter Brasilien, Schweden und Großbritannien an siebenter Stelle. Die ersten drei Plätze des Rankings blieben unbesetzt, weil es nach Angaben von Germanwatch kein Land geschafft habe, seinen Beitrag zur Einhaltung des sogenannten Zwei-Grad-Ziels zu leisten. "Deutschland hat es versäumt, seine Führungsrolle in der Klimapolitik zu behaupten", sagte Bals. Aus der einstmaligen Vorreiterrolle während der EU-Ratspräsidentschaft 2007 sei in der politischen Realität danach wenig zu spüren gewesen. "Wir fordern Frau Merkel auf, dass sie auf der Konferenz einen wichtigen Schritt dahin tut, diese Vorreiterrolle zurückzugewinnen", sagte Bals.

Der Climate Change Performance Index (CCPI) berechnet sich zu 80 Prozent aus Emissions-Kalkulationen. Darin erfasst sind sowohl Emissionstrends, nach den Sektoren Energie, Transport, Haushalte und Industrie aufgeschlüsselt, als auch absolute Emissionsmenge. Die verbleibenden 20 Prozent fallen auf die zu Bewertung stehende national und international geführte Klimapolitik des betreffenden Landes.