Strom-News
80.000 Unterschriften nötigRund einen Monat nach der Ablehnung der Volksinitiative gegen neue Tagebaue durch den Brandenburger Landtag gehen die Initiatoren in die zweite Runde. Am Dienstag stellten sie Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD) den Antrag auf Durchführung eines Volksbegehrens zu, teilte der Landesverband des Naturschutzbunds Deutschland (NABU) mit.
Potsdam (ddp-lbg/sm) - Laut Gesetz müsse nun der Landesabstimmungsleiter die Bürgerbefragung in die Wege leiten. Die Initiatoren rechnen eigenen Angaben zufolge mit einem Beginn des Volksbegehrens im Herbst.
Für ein erfolgreiches Volksbegehren müssen 80.000 wahlberechtigte Brandenburger innerhalb von vier Monaten auf den Meldestellen unterschreiben. Angesichts der "überwältigenden Zustimmung" für die Initiative zeigten sich die Verantwortlichen überzeugt, das Ziel zu erreichen. Im Mai hatten sie über 26.000 Unterschriften für eine Volksinitiative gegen neue Tagebaue an Fritsch übergeben. Das Projekt scheiterte jedoch im Landtag. Nach einem erfolgreichen Volksbegehren müssten die Abgeordneten erneut über das Anliegen entscheiden, im Falle einer wiederholten Ablehnung kündigten die Initiatoren bereits einen Volksentscheid an.
Für den Ausstieg aus der Braunkohle gibt es nach Ansicht der Volksinitiative "viele gute Gründe". Mit Braunkohleverstromung seien die Klimaziele nicht zu erreichen. Zudem seien der Landschaftsverbrauch und der Verlust an Heimat durch die Tagebaue nicht mehr zu rechtfertigen. Eine Übergangszeit ermögliche der Lausitz den notwendigen Strukturwandel. Das Ziel müsse aber jetzt festgelegt werden, forderte die Initiative.
Anlass für die Volksinitiative war die Vorstellung der Tagebauplanung durch den Energiekonzern Vattenfall im vergangenen Jahr. Danach sollen ab Ende der 2020er Jahre zusätzlich zu den bereits genehmigten Tagebauen drei neue Braunkohle-Felder im Brandenburger Teil der Lausitz aufgeschlossen werden. Für einen von ihnen müssten drei Dörfer mit rund 900 Menschen umgesiedelt werden.
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Die Volksinitiative gegen neue Tagebaue in Brandenburg ist gescheitert. Die Koalition aus SPD und CDU stimmte gestern im Landtag gegen die Initiative und bekannte sich damit zur Braunkohle. Die oppositionelle Linke befürwortete das Anliegen. Sie gehörte neben den Grünen sowie zahlreichen Umweltverbänden zu den Initiatoren der Volksinitiative.
Der Preisauftrieb hat sich in Brandenburg beschleunigt. Die Verbraucherpreise lagen im Juni um 3,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Freitag mitteilte. Vor allem die hohen Energiekosten ließen die Inflationsrate steigen.
Bei einer Anhörung vor dem Infrastrukturausschuss des Brandenburger Landtages haben Gegner und Befürworter eines weiteren Braunkohleabbaus in der Lausitz ihre Argumente dargelegt. Doch die Chancen für einen Erfolg der Volksinitiative gegen den Aufschluss neuer Tagebau in der Lausitz haben sich verschlechtert.
Der Energiekonzern Vattenfall plant den Bau einer Demonstrationsanlage für eine "annähernd CO2-emissionslose Kohleverstromung". Die Investitionskosten werden auf möglicherweise eine Milliarde Euro geschätzt.
Die "Volksinitiative gegen die Massenbebauung Brandenburgs mit Windrädern" hat am Wochenende in Potsdam ihre Unterschriftensammlung gestartet. Für die Aktion haben sich nach Angaben von Sprecher Thomas Jacob elf Bürgerinitiativen zusammengeschlossen. Mit der Volksinitiative werden drei Forderungen erhoben. Strompreise vergleichen
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