"Keine Wahl"

Brandenburg verteidigt Genehmigung höherer Stromkosten

Im Gegensatz zu Hessen oder Mecklenburg-Vorpommern hat die brandenburgische Landesregierung die meisten von den Energieversorgern im Land gestellten Anträge auf Strompreiserhöhung genehmigt und muss sich dafür jetzt rechtfertigen. Man habe keine andere Wahl gehabt, hieß es aus Potsdam.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Potsdam (ddp-lbg/sm) - Die brandenburgische Landesregierung hat ihre Genehmigung zur Erhöhung der Energiepreise verteidigt. Wie Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) auf eine parlamentarische Anfrage mitteilte, haben die brandenburgischen Energieversorger in ihren Anträgen auf Preiserhöhung ausschließlich Kostensteigerungen bei der Strombeschaffung geltend gemacht. Regionale Besonderheiten hätten keine Rolle gespielt.

Das Wirtschaftsministerium hatte die Anträge von 26 regionalen Energieversorgern auf Preiserhöhung um durchschnittlich einen Cent pro Kilowattstunden genehmigt. Auch Wirtschaftsstaatssekretär Wolfgang Krüger hatte bereits kürzlich im Landtag unterstrichen, die zuständige Behörde habe entsprechende Anträge der Energielieferanten "genauestens geprüft". Jeder dritte Antrag sei zurückgewiesen und später von den Absendern korrigiert worden.

Nach Angaben von Junghanns kostet Privatkunden mit einem Jahresverbrauch von 2400 Kilowattstunden jede Kilowattstunde seit Januar 18,4 Cent. Im vergangenen Jahr betrug der Preis noch 17,4 Cent. Das entspricht einem Anstieg um 5,7 Prozent. Im Norden und in der Mitte Brandenburgs hat sich der Preis für eine Kilowattstunde seit 2006 um 1,3 Cent pro Kilowattstunde erhöht. Das sind sieben Prozent mehr als zuvor. Im brandenburgischen Süden müssen 0,6 Cent pro Kilowattstunde mehr bezahlt werden. Das bedeutet einen Anstieg von drei Prozent. In den Preisen ist Junghanns zufolge keine Umsatzsteuer enthalten.

Eine Genehmigung zur Preiserhöhung müsse erteilt werden, wenn die Lieferer höhere Aufwendungen nachweisen können, argumentierte das Ministerium weiter. Die Stromlieferer hätten fristgerecht Anträge vorgelegt. Sie hätten Kostenerhöhungen nachgewiesen, die von den Unternehmen nur "bedingt zu beeinflussen" gewesen seien.