Zukunft mit unserer Kohle

Brandenburg: Kumpel demonstrierten für heimische Braunkohle

Über 4.000 Kohlekumpel und Energiearbeiter aus der Lausitz haben am Donnerstagabend in Cottbus für die heimische Braunkohle demonstriert. Brandenburgs Arbeitsminister Baaske sagte, Kohle gehöre auch in den nächsten Jahren zum Energiemix. Kritik kam von Umweltgruppen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Cottbus (dapd/red) - Unter dem Motto "Zukunft mit unserer Kohle! Jetzt gehts um uns" legten sie bei einem Braunkohle-Aktionstag der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) ein klares Bekenntnis zu dem Energieträger ab. In den Lausitzer Tagebauen arbeiten gegenwärtig mehr als 4.500 Kohlekumpel und rund 3.000 Kraftwerker.

"Die Braunkohle gehört auch in den nächsten Jahrzehnten zum Energiemix", sagte Brandenburgs Arbeitsminister Günter Baaske (SPD) auf der Großkundgebung vor der Cottbuser Stadthalle. "Wir stehen zur Kohle und zu den Lausitzer Kumpeln und Energiearbeitern", erklärte er. Überall im Land gebe es Bürgerproteste und Einsprüche gegen Windkraft und Solarstrom. "Endlich gibt es auch einmal einen Kampf für etwas, nämlich für die einheimische Braunkohle", sagte er.

Der Arbeitsminister stärkte den Kohlekumpeln und Energiearbeitern den Rücken. Der Bund hätte längst ein Gesetz über die sogenannte CCS-Technologie zur Abscheidung und Speicherung von CO2 beschließen und damit für klare Verhältnisse bei der Kohleverstromung sorgen müssen, kritisiert Baaske. "Wir haben zukunftsfähige Kraftwerke, die CCS-Technologie könnte sie noch sauberer machen", erklärte der Minister.

IG-BCE-Chef warnt vor einseitiger Konzentration auf Kernenergie

Der Vorsitzende der IG BCE, Michael Vassiliadis, warnte die Bundesregierung, einseitig auf Kernenergie zu setzen. "Bis das Fernziel einer Stromversorgung nur aus regenerativen Energiequellen erreicht wird, kann auf die Kohle nicht verzichtet werden", sagte er.

Unter dem Motto "Über der Kohle wohnt der Mensch" kritisierten Vertreter von Umweltinitiativen am Rande der Kundgebung die Fortführung der Braunkohleverstromung in der Lausitz. Ein Sprecher der Grünen Liga bezeichnete die vom Energiekonzern Vattenfall geplante Demonstrationsanlage zur CO2-Abscheidung in Jänschwalde als "Mogelpackung", die keine zukunftsfähige Energielösung sei. Die Grüne Liga forderte einen breiten Dialog über die Brandenburger Energiepolitik.

Grüne fordern Diskurs über Zukunft der Lausitz

Die Brandenburger Grünen-Landesvorsitzende Annalena Baerbock forderte ebenfalls einen öffentlichen Diskurs über die energiepolitischen Perspektiven der Lausitz.Die Landesregierung müsse anerkennen, dass die Braunkohleverstromung "keine zukunftsfähige Branche" sei, sagte sie. Es müsse mit der Mär aufgeräumt werden, dass ein Ausstieg aus der Braunkohle das sofortige Ende aller Arbeitsplätze in der Region bedeuten würde. Der Umwandlungsprozess in der Region mit der Auskohlung der genehmigten Tagebaue würde mindestens noch 20 Jahre dauern. Niemand würde von heute auf morgen seinen Arbeitsplatz verlieren.