szmtag
20.08.2012, 12:15 Uhr

Strom-News

Selbstverpflichtung

Branche will sich Kaltreserve offenbar fürstlich entlohnen lassen

Die Kraftwerksbetreiber wollen sich das Bereithalten von Kapazitäten für eventuelle Strom-Engpässe offenbar fürstlich entlohnen lassen. Das geht aus dem Entwurf einer Selbstverpflichtungserklärung der Branche hervor, der dem "Handelsblatt" (Montagsausgabe) vorliegt - und der einer gesetzlichen Regelung zuvorkommen dürfte.

BDEW Berlin (AFP/red) - Den Entwurf habe der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) erarbeitet. Mit der Selbstverpflichtung erklärten sich die Betreiber bereit, in Kaltreserve oder in Betrieb befindliche Anlagen nicht stillzulegen, wenn sie von den Netzbetreibern als systemrelevant identifiziert worden seien, berichtete das Blatt. Voraussetzung dafür solle nach den Vorstellungen des BDEW sein, "dass dem Betreiber die hieraus resultierenden direkten und indirekten Mehrkosten erstattet werden". Die Betreiber wollten sich außerdem verpflichten, Anlagen in Kaltreserve technisch aufzurüsten und sich die dazu anfallenden direkten und indirekten Kosten erstatten lassen.

Fossile Kraftwerke werden als Kaltreserve gebraucht

Hintergrund der Selbstverpflichtung sind laut "Handelsblatt" die knappen Erzeugungskapazitäten, nachdem mit den Beschlüssen zur Energiewende im vergangenen Jahr acht Kernkraftwerke endgültig stillgelegt worden waren. Die Bundesnetzagentur hat darum eine Reihe älterer fossiler Kraftwerke zur Kaltreserve bestimmt. Dabei handelt es sich um Kraftwerke, die im Allgemeinen nicht in Betrieb sind, bei Bedarf aber schnell hochgefahren werden.

© 2001-2013 strom-magazin.de

Diesen Artikel empfehlen

Der Newsletter von Strom-Magazin.de

Ähnliche Nachrichten zur News "

Branche will sich Kaltreserve offenbar fürstlich entlohnen lassen

"
  • Ökostrom-Anteil übersteigt erstmals 25 Prozent
    Erneuerbare Energien Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung ist im ersten Halbjahr 2012 erstmals über die 25-Prozent-Marke geklettert. Mit insgesamt 67,9 Milliarden Kilowattstunden deckten Wind, Biomasse und Co. in den ersten sechs Monaten gut ein Viertel des deutschen Strombedarfs.
  • Wie man Wasserleitungen vor dem Einfrieren schützt
    BDEW Im Zusammenhang mit der zu erwartenden Kältewelle rät der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft allen Verbrauchern Vorsorge zu treffen, um nicht von eingefrorenen Wasserleitungen beziehungsweise Wasserzählern überrascht zu werden. Besonders gefährdet sind Bauwasseranschlüsse und ungeschützte Armaturen.
  • Kühler Sommer und milder Winter dämpfen den Stromverbrauch
    Sonne Der Stromverbrauch in Deutschland ist im vergangenen Jahr nahezu stabil geblieben, während die Stromerzeugung leicht gesunken ist. Das geht aus ersten Schätzungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor, die der Verband am Mittwoch in Berlin vorlegte.
  • Alpen-Stromreserve sei geringer als gedacht
    kraftwerk Die von der deutschen Bundesregierung in Österreich gebuchten Kraftwerks-Kapazitäten sind nach Informationen der Tageszeitung "Die Welt" (Samstagausgabe) kleiner als bislang angenommen. Unterdessen weisen Atomkraftgegner darauf hin, dass der kurzzeitige Bezug von Strom aus Österreich ökonomische Gründe hatte.
  • BDEW: Energiewende auch über Strompreis-Einnahmen finanzieren
    Erneuerbare Energien Die Kosten der Energiewende dürfen nach Ansicht der Energiebranche nicht allein den Stromverbrauchern aufgebürdet werden. "Wir dürfen die in der Bevölkerung notwendige Akzeptanz für die Energiewende nicht überstrapazieren", so BDEW-Chefin Hildegard Müller in einem Interview.
Strompreise
Strom-Infos
Strom kündigen
Ratgeber und Infos
?>