Entschädigung

BP will 40 Millionen Dollar von Bohrinsel-Besitzer

Der Ölkonzern BP will jetzt den Eigentümer der Bohrinsel "Deepwater Horizon" verklagen. Der Schweizer Konzern Transocean trägt nach Meinung von BP Mitschuld an der Ölkatastrophe, die sich in Folge der Explosion der Plattform im vergangenen Jahr ereignete.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

London (afp/red) - Ein Jahr nach Beginn der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat der britische Konzern BP den Eigentümer der Bohrinsel "Deepwater Horizon" auf 40 Millionen Dollar Schadenersatz verklagt. BP leitete rechtliche Schritte gegen die Schweizer Firma Transocean und zwei weitere Unternehmen, die US-Firmen Cameron International und Halliburton, ein. Cameron International ist der Hersteller des defekten Abdeckventils der Öl Plattform, das Unternehmen Halliburton war für die spätere Zementierung der Ölquelle verantwortlich.

Nach Explosion strömten hunderte Millionen Liter Öl ins Meer

Die US-Regierung erklärte am Donnerstag, dass BP eine weitere Milliarde Dollar für die Beseitigung der Schäden bereitstelle. Am 20. April des vergangenen Jahres war die 80 Kilometer vor der Küste des US-Bundesstaats Louisiana gelegene Förderplattform "Deepwater Horizon" explodiert, elf Arbeiter starben. Zwei Tage lang stand die Bohrinsel in Flammen, bis sie auf den Ozeangrund sank. Hunderte Millionen Liter Rohöl strömten ins Meer, ehe BP drei Monate später nach mehreren gescheiterten Versuchen das lecke Bohrloch endlich schließen konnte.

BP sieht Eigentümer der Plattform in Mitverantwortung

BP warf Transocean in einer Erklärung jetzt vor, die Anzeichen einer drohenden Katastrophe missachtet zu haben. Als Eigentümer der Plattform müsse Transocean an den Kosten für die wirtschaftlichen und ökologischen Folgen beteiligt werden. BP sei vor Gericht gezogen, um Transocean wegen der Verursachung der Explosion, des Brandes, der Todesfälle und Verletzten sowie der anschließenden Ölpest zur Verantwortung zu ziehen.

Transocean will seinerseits BP verklagen - wegen Vertragsbruchs

Transocean wiederum erklärte, seinerseits Klage gegen BP eingereicht zu haben. Der britische Konzern habe vertraglich zugesichert, bei einer Unmweltverschmutzung die volle rechtliche Verantwortung zu übernehmen und Transocean gegen jede Form von Straf- und Entschädigungszahlungen abzuschirmen.