Weitere Ausfälle

BP: Produktion in "Prudhoe Bay" weiter eingeschränkt

Einem Bericht des "Handelsblatts" zufolge musste der Ölkonzern BP die Produktion im westlichen Teil des Ölfeldes "Prudhoe Bay" wegen eines wiederholten technischen Problems stark drosseln. Deutsche Heizöl-Lieferanten erwarten inzwischen ein Absatzplus von mehr als zehn Prozent.

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Düsseldorf (red) - Dem Blatt zufolge musste BP die Produktion von 200 000 auf 110 000 Barrel pro Tag zurückfahren. Das östliche Feld von "Prudhoe Bay" ist seit dem 6.August vollständig geschlossen. Die normale Tagesproduktion des riesigen Ölfeldes in der Alaska liegt bei 400.000 Barrel.

Obwohl BP nur 26 Prozent des Feldes besitzt, ist es als Betreiber für den technischen Zustand verantwortlich Die anderen Anteilseigner, die US-Konzerne Exxon-Mobil und Conoco-Phillips, halten jeweils 36 Prozent. Der Generalbundessanwalt von Alaska hat Untersuchungen gegen BP und die anderen Anteilseigner von Prudhoe Bay angekündigt. Dabei soll festgestellt werden, ob die Konzerne die Wartung wider besseres Wissen vernachlässigt haben. Schadenersatzforderungen werden nicht ausgeschlossen. Dem Bericht zufolge bezieht Alaska 89 Prozent aller Steuereinnahmen aus der Erdölindustrie.

Es wird Reaktion des Erdölpreises auf die Drosselung erwartet.

Inzwischen der Verband für Energiehandel Südwest Mitte (VEH) in Stuttgart mit, dass die Befüllung der privaten Heizöltanks in Baden-Württenberg Anfang August unter 50 Prozent lag. Im Vorjahr waren es noch 50 Prozent nach 58 Prozent 2004 und 62 Prozent im Jahr 2003.

Aufgrund des letzten harten Winters konnte der Heizölhandel im VEH-Gebiet für das erste Halbjahr gegenüber dem Vergleichszeitraum in 2005 insgesamt ein Absatzwachstum von gut zehn Prozent auf etwa 4,5 Millionen Tonnen verbuchen. "Für das zweite Halbjahr erwarten wir einen weiterhin stabilen Absatz, so dass wir für das Gesamtjahr vermutlich circa zehn bis zwölf Prozent Zuwachs zum Vorjahr verbuchen können", schätzt Hans-Jürgen Funke, Geschäftsführer des Verbandes.

"Wir erwarten, dass mit dem Nahen der Mehrwertsteuererhöhung eine Bunkerstimmung für Konsumgüter eintreten wird, und dass sich diese auch beim Heizölkauf bemerkbar macht, damit man dann mit seinem Vorrat eine längere Zeit überbrücken kann", so Funke.

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