Zusätzliche Zertifikate gefordert

BP kritisiert Zuteilungsverfahren bei Emissionshandel

Die Deutsche BP AG hat die Verteilung der Emissionszertifikate als ungerecht kritisiert und will Widerspruch gegen die Zuteilungsbescheide einlegen. Das Unternehmen beklagt, dass das Zuteilungsverfahren der Zertifikate ungerecht abgelaufen sei.

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Berlin (ddp) - Drei Wochen nach Beginn des Emissionshandels in der Europäischen Union hat die Deutsche BP AG die Verteilung der Emissionszertifikate als ungerecht kritisiert. Das Unternehmen lege daher Widerspruch gegen die Zuteilungsbescheide ein, kündigte der Emissionshandel-Experte der BP, Lutz von Meyerinck, am Dienstag in Berlin an.

Seit dem Start des Emissionshandels dürfen Unternehmen nur noch die Menge an CO2 ausstoßen, die ihnen an Emissionszertifikaten zugeteilt wurde. Die BP beklagt, dass das Zuteilungsverfahren dieser Zertifikate ungerecht abgelaufen sei. So sei bei Unternehmen wie der BP der Durchschnittswert des CO2-Ausstosses der Jahre 2000 bis 2002 zu Grunde gelegt worden.

Andere Unternehmen, die nicht das ganze Jahr über produzieren, konnten sich mit der so genannten Optionsregel für ihre Anlagen Zertifikate auf der Basis prognostizierter und nach Ansicht der BP überhöhter CO2-Emissionswerte zuteilen lassen. Das führe dazu, dass sie ihren CO2-Ausstoß in der ersten Handelsperiode bis Ende 2007 nur gering reduzieren müssten, bemängelte von Meyerinck.

Die übrigen Unternehmen hätten unter dem dadurch entstandenen Mangel an Zertifikaten zu leiden und müssten ihre CO2-Emission stärker reduzieren. Die Deutsche BP und andere Gesellschaften würden dadurch mit ungerechtfertigten Zusatzkosten belastet, sagte der Emissionshandels-Experte der BP.

Zwar habe die Bundesregierung dieses Ungleichgewicht mittlerweile erkannt und wolle den betroffenen Unternehmen daher im nächsten Emissionshandelszeitraum von 2008 bis 2012 zusätzliche Zertifikate zusprechen. Von Meyerinck betonte, das entschädige jedoch nicht den heute existierenden Schaden. Er forderte daher zusätzliche Zertifikate für die geschädigten Unternehmen im laufenden Handelszeitraum.