Statement

BP-Chefökonom: Erdölknappheit ist nicht in Sicht

BP-Chefökonom Christof Rühl hält Szenarien über eine baldige Knappheit des Rohstoffs für Panikmache. Weiterhin würden neue Vorkommen entdeckt, zudem habe die Technik große Fortschritte gemacht, was die Fördermenge deutlich erhöht habe.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Der Ölkonzern BP rechnet nicht mit einer baldigen Erdölknappheit. BP-Chefökonom Christof Rühl sagte der "Berliner Zeitung" (Montagausgabe): "Horrorszenarien sind so alt wie die Ölindustrie. Und was ist passiert? Es werden immer wieder neue Quellen entdeckt, auch noch riesige Ölfelder wie gerade vor Brasilien."

Genau wie vor 25 Jahren reichten die bestätigten Reserven noch über 40 Jahre lang - weil zwischenzeitlich neue Felder entdeckt worden seien und die Technik große Fortschritte gemacht habe. Früher habe man nur 30 bis 40 Prozent des Öls aus manchen Vorkommen gewinnen können, jetzt seien es 50 bis 60 Prozent.

"Öl ist im ökonomischen Sinn auch keine fest vorgegebene Größe", sagte Rühl weiter. Einerseits stiegen bei extremer Knappheit die Preise so stark, dass die Nachfrage sinke, andererseits könne Öl aus völlig unterschiedlichen Quellen und Materialien gewonnen werden. "Ölschiefer in den USA könnte wohl für hunderte von Jahren unseren Ölbedarf decken, die Gewinnung ist derzeit aber schlicht zu teuer", sagte der Ökonom.