Vorsicht

Bonse-Geuking: Keine betriebswirtschaftliche Förderung der Kokskohle

Der Chef der RAG-Stiftung, Wilhelm Bonse-Geuking, erteilt den Hoffnungen auf eine betriebswirtschaftliche Förderung der Kokskohle im Feld Donar bei Hamm einen Dämpfer. "Ich glaube, da sollte man vorsichtig sein", sagte er der in Essen erscheinenden "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung".

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (ddp-nrw/sm) - Mit Blick auf starke Preisschwankungen etwa beim Rohöl meinte der Stiftungschef: "Wer in ein Rohstoffgeschäft investiert, darf nicht in erster Linie auf die Preisentwicklung schauen, er muss sich vor allem fragen: Wer ist mein maßgeblicher Wettbewerber? Und dann muss er prüfen, was hat der für eine Kostenstruktur und was habe ich für eine Kostenstruktur. Wenn ein anderer zum halben Preis dieselbe Tonne Kokskohle liefern kann, dann muss ich mich fragen, ob ich mit meinem Projekt ein zu großes Risiko eingehe."

Zur Frage eines Aufschlusses des Kokskohlefeldes Donar sagte Bonse-Geuking, die Frage stelle sich weder der Stiftung noch der RAG. Es könnten keine Mittel bereitgestellt werden, auch nicht für die Fortführung des Antragsverfahrens für den Abbau in Donar. Wenn jemand das subventionsfrei, also mit eigenem Geld, tun wolle, könne er sich der guten Dienste der RAG gegen angemessene Bezahlung bedienen.

Bonse-Geuking schließt zudem den Verkauf eines weiteren Anteils an der Essener Evonik Industries AG nicht aus. Wenn sich nach einer selbstverordneten Ruhephase von zwei Jahren "ein strategischer Investor meldet und ein interessantes Angebot macht, würde ich für meinen Teil sagen, dem treten wir näher."

Die RAG-Stiftung ist im Besitz von knapp 75 Prozent an Evonik und hat die Aufgabe, mit den Verkaufserlösen die Bergbau-Altasten zu bezahlen.