Schottland

Bohrinsel wegen brennendem Atommüll-Schiff evakuiert

Wegen eines Brands auf einem mit Atommüll beladenen Schiff musste eine Bohrinsel vor der schottischen Nordseeküste evakuiert werden. Das Schiff trieb mit ausgefallenem Motor auf die Küste zu. Per Hubschrauber wurden die Besatzungsmitglieder in Sicherheit gebracht.

Atommüll© Thomas Bethge / Fotolia.com

London (AFP/red) - Wegen eines Feuers auf einem mit Atommüll beladenen Schiff ist eine Bohrinsel vor der schottischen Nordseeküste vorsorglich evakuiert worden. Mehr als 50 Arbeiter wurden am Dienstagabend per Hubschrauber in Sicherheit gebracht, nachdem das mit radioaktivem Abfall beladene Schiff in Brand geraten und auf die Plattform zugetrieben war, wie die Küstenwache am Mittwoch mitteilte. Demnach brach das Feuer auf dem dänischen Schiff "Parida" aus, das Atommüll von der schottischen Anlage Dounreay ins belgische Antwerpen transportieren sollte.

Schiff trieb auf Küste zu

Nach Angaben der Küstenwache meldete die Besatzung der "Parida" am Dienstagabend bei stürmischer See einen Brand in einem der beide Schornsteine des Frachters. Mit ausgefallenem Motor trieb das Schiff auf die Küste zu. Als es sich 20 Kilometer von der Plattform entfernt befand, brachte ein britischer Militärhubschrauber gegen Mitternacht alle 52 Arbeiter auf der Bohrinsel in Sicherheit. Es habe keine Verletzten gegeben, die Evakuierung sei eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen, erklärte die Betreiberfirma der Plattform, Woodgroup.

Keine Gefahr für Fracht und Besatzung?

Laut Küstenwache handelte es sich bei der Fracht um schwach radioaktives Material, das in Betonbehältern verstaut war. Das Schiff sei fest verankert worden und solle anschließend zur Küste geschleppt werden. Die Besatzung sei zu keiner Zeit in Gefahr gewesen, die Fracht sei nicht von den Flammen bedroht gewesen, erklärte die Behörde. Der schottische Umweltminister Richard Lochhead bezeichnete den Vorfall dennoch als "ernst".

Quelle: AFP