Gerüchte

Börsengang der RAG wackelt angeblich

Einem Zeitungsbericht zufolge soll der Börsengang der RAG angeblich auf der Kippe stehen. Wie es heißt, werde die Zerschlagung des Konzerns in NRW nicht nur geprüft, sondern befürwortet. Die Landesregierung dementierte den Bericht.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Frankfurt/Düsseldorf (ddp/sm) - Die Börsenpläne des RAG-Vorstandsvorsitzenden Werner Müller für die Energie- und Chemieunternehmen des Essener Steinkohlekonzerns stehen einem Medienbericht zufolge vor dem Scheitern. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Samstagausgabe) berichtet, wird die Zerschlagung der RAG und somit der Einzelverkauf von Tochtergesellschaften wie dem Chemiekonzern Degussa und dem Stromproduzenten Steag nicht nur geprüft, sondern von der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen auch befürwortet.

Der nordrhein-westfälische Regierungssprecher Andreas Krautscheid wies den Bericht am Freitag auf ddp-Nachfrage zurück. Die Landesregierung bleibe bei ihrer Position, dass sie den Börsengang wolle, betonte er.

Durch verschiedene Gutachten ist dem Bericht zufolge bisher festgestellt worden, dass die Finanzierung des im Februar beschlossenen Auslaufmodells für den subventionierten Steinkohlebergbau durch einen Börsengang als unter Risiko- und Erlösaspekten vorteilhafteste Lösung angestrebt werden soll. Bei der Kohlerunde in dieser Woche sei aber eine neue Prüfung über den Verkauf der RAG-Beteiligungen angeordnet worden, berichtet das Blatt unter Berufung auf Teilnehmerkreise.

Hintergrund für die Überlegungen ist dem Bericht zufolge das anhaltende Interesse des Leverkusener Chemiekonzerns Lanxess an Degussa. Ein Lanxess-Sprecher bestätigte dem Blatt auf Anfrage, das Unternehmen habe in diesem Monat noch einmal alle entscheidenden Personen in der Kohlefrage über die finanzielle und geschäftliche Bedeutung eines Zusammenschlusses der beiden Chemiekonzerne informiert.

Bei Lanxess wird allein der Degussa-Wert nach Abzug der Schulden auf vier bis sechs Milliarden Euro veranschlagt. Für den Börsengang des gesamten RAG-Konzerns einschließlich des Stromerzeugers Steag und der Immobiliensparte wird bisher mit einem Erlös von lediglich rund fünf Milliarden Euro gerechnet.