Forderung

Böge rügt Rückgang des Wettbewerbs auf dem Strommarkt

Vor dem Energiegipfel der Bundesregierung hat der Präsident des Bundeskartellamts, Ulf Böge, den Rückgang des Wettbewerbs auf dem Strommarkt kritisiert und mehr Eingriffsmöglichkeiten der Kartellbehörden gefordert. Er begrüßte die entsprechenden Vorstöße aus der Politik.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - "Nach einem erfolgreichen Start zum Abbau der Monopole in der Stromwirtschaft vor gut fünf Jahren legte der Wettbewerb wieder den Rückwärtsgang ein", klagte Böge in einem Beitrag für die Zeitung "Bild am Sonntag".

Nicht zuletzt durch politische Entscheidungen sei die Zahl der Anbieter geschrumpft. "Die vier großen Energiekonzerne E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW teilen sich 90 Prozent des Stromerzeugungsmarktes. Eine Vielzahl von Hindernissen blockiert den Markteintritt Dritter mit zusätzlichen Angeboten. Strom- und Gaspreise sind explodiert." Deshalb begrüße er das Vorhaben von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU), die Eingriffsmöglichkeiten der Kartellbehörden zu verbessern, fügte Böge hinzu.

Entscheidungen des Bundeskartellamtes und der Landeskartellbehörden müssten "schneller vollziehbar sein, um missbräuchliches Verhalten" abzustellen. "Außerdem muss für den schnellen Nachweis eines Rechtsverstoßes die Beweislast bei den Unternehmen liegen", forderte Böge.