Teurer Strom

Böge droht Stromkonzernen mit Sanktionen

"Unsere Mittel reichen vom sofortigen Verbot der Einpreisung bis zum Bußgeldbescheid", sagte der Präsident des Bundeskartellamts Ulf Böge der FTD und reagierte damit auf die Rechtfertigung der Energiekonzerne, die Strompreise erhöhten sich u.a. auch wegen der teuren Emissionsrechte.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Der Präsident des Bundeskartellamts, Ulf Böge, hat kritisiert, dass die deutschen Stromerzeuger ihre Preise erhöhen und dies mit den Kosten für Emissionsrechte begründen. "Die Unternehmen haben eine genügende kostenlose Ausstattung mit Emissionsrechten erhalten", sagte Böge der "Financial Times Deutschland" (Dienstagausgabe).

Es stelle sich die Frage, ob ein Unternehmen im Wettbewerb die Kosten für Zertifikate in den Strompreis einpreisen kann, obwohl diese keine Kosten verursachen. Böge drohte den Versorgern harte Sanktionen an. "Unsere Mittel reichen vom sofortigen Verbot der Einpreisung bis zum Bußgeldbescheid", sagte Böge der FTD.

Auch Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) kritisierte die Preispolitik der Stromkonzerne. Die Bundesregierung stehe zu ihrer Zusage, die Emissionszertifikate kostenlos zuzuteilen, um Wettbewerbsnachteile für deutsche Unternehmen in Europa zu vermeiden, sagte Trittin der Zeitung. Er fügte hinzu: "Wenn das so bleiben soll, müssen sich die Stromkonzerne allerdings entscheiden: Entweder bekommen sie die Zertifikate geschenkt, dann verbietet es sich, sie als Kosten auf den Strompreis aufzuschlagen und die Stromkunden dafür abzukassieren. Oder sie müssen die Zertifikate kaufen, dann dürfen sie die tatsächlichen Kosten einpreisen."