Geothermie

Bochum heizt öffentliche Gebäude mit Grubenwasser

Zur Gewinnung von Energie geht Bochum neue Wege: Mehrere öffentliche Gebäude in der Stadt im Ruhrgebiet werden ab sofort mit Hilfe von Grubenwasser beheizt. Das gemeinsame Geothermie-Projekt der Stadtwerke und der RAG startete am Montag offiziell, wie die Stadtwerke mitteilten. Nach Angaben von Stadtwerke-Geschäftsführer Dietmar Spohn ist es deutschlandweit einmalig.

Geothermie© Giordano Aita / Fotolia.com

Bochum (dapd/red) - Im Juni hatten die Projektpartner bereits den Probebetrieb aufgenommen. Nun soll das 20 Grad Celsius warme Wasser zur Beheizung einer Gesamt- und einer Grundschule sowie der Hauptwache der Bochumer Feuerwehr genutzt werden. Die Gebäude liegen im Umkreis der stillgelegten Zeche Robert Müser. Wenn das Projekt erfolgreich ist, könnten die gesammelten Erfahrungen in anderen ehemaligen Bergwerken angewandt werden, sagte Spohn.

Wärme aus der Tiefe spart Kohlendioxid

Bei dem Verfahren überträgt ein Wärmetauscher an der Schachtanlage die Wärme des aus 570 Metern Tiefe geförderten Grubenwassers an einen mit Wasser betriebenen Zwischenkreis. So wird nur die Wärme, nicht aber das sehr salzhaltige Wasser aus der Tiefe übertragen. Unterstützt wird die Technik durch Wärmepumpen und ein Blockheizkraftwerk, so dass die Temperatur je nach Bedarf auf bis zu 50 Grad angehoben werden kann, beispielsweise um Duschwasser zu erhitzen.

Durch die Nutzung der natürlichen Erdwärme können Berechnungen zufolge mindestens 245 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr gegenüber einer konventionellen Wärmeversorgung eingespart werden.

Gesamtes Einkaufszentrum könnte beheizt werden

Die RAG pumpt den Angaben zufolge allein am Schacht Arnold der Zeche Robert Müser etwa zehn Millionen Kubikmeter Grubenwasser ab und leitet sie in die Harpener Teiche, um ein Volllaufen der noch aktiven Stollen in der Region zu verhindern. Theoretisch reiche das gesamte Wärmepotenzial des Grubenwassers aus der Zeche Robert Müser aus, um das Einkaufszentrum am Ruhr-Park vollständig mit Wärme zu versorgen, erklärten die Stadtwerke.