"Engpässe nicht auszuschließen"

BNetzA: Erheblicher Investitionsbedarf im deutschen Stromnetz

Im deutschen Stromübertragungsnetz besteht laut Bundesnetzagentur (BNetzA) ein erheblicher Investitionsbedarf. Das zeige die Auswertung der Netzzustands- und Netzausbauberichte der Übertragungsnetzbetreiber, die diese erstmals der BNetzA vorgelegt haben.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Bonn (red) - Die Gründe für diesen Bedarf seien vor allem die Netzauslastung aufgrund der zunehmenden Windenergieerzeugung sowie der Anstieg der Stromtransite.

Die Übertragungsnetzbetreiber planten zwar zahlreiche Ausbaumaßnahmen, allerdings entstehen beim Ausbau der Netze durch die Dauer der Genehmigungsverfahren nicht vorhersehbare Verzögerungen. Viele wichtige Projekte, die teilweise auch Bestandteil des Priority Interconnection Plan der EU-Kommission sind, können nur verspätet realisiert werden. Die Quartalsberichte der Übertragungsnetzbetreiber, mit denen die Bundesnetzagentur über den Fortgang der bis 2010 vorgesehenen Ausbaumaßnahmen informiert wird, bestätigen dies.

Durch diese Verzögerungen seien "in einigen Regionen Deutschlands mittelfristig Engpässe im Stromnetz nicht auszuschließen", sagte BNetzA-Präsident Matthias Kurth. Innerdeutsche Engpässe könnten den deutschen Stromgroßhandelsmarkt erheblich beeinträchtigen - "mit unabsehbaren Folgen für die Preisentwicklung insgesamt", so Kurth weiter. "Wer mehr Wettbewerb im Strommarkt will, muss den dringend erforderlichen Ausbau der Netze fördern und beschleunigen."

Eine der wesentlichen Aufgaben zur langfristigen Gewährleistung der Versorgungssicherheit sei die Beschleunigung der Genehmigungsverfahren und damit die Sicherstellung des Ausbaus eines effizienten Strommarkts. Die Bundesnetzagentur begrüßt, dass einer der Übertragungsnetzbetreiber den Entwicklungsstand der Ausbauprojekte in seiner Regelzone veröffentlicht. Dies stellt zum einen die Information des deutschen Markts sicher, zum anderen trägt es zur Transparenz des Stands der europäischen Netzausbauplanung bei.