Abzocke?!

bne: Netzbetreiber verweigern Entgeltsenkung

Der Bundesverband Neuer Energieanbieter (bne) sieht keine schnelle Entlastung von Verbrauchern durch sinkende Strom- und Gaspreise. Würden die Netzbetreiber die Vorgaben der Regulierungsbehörden pflichtgemäß umsetzen, müssten schon jetzt mehr Netzentgelte mittelbar absenkt werden.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (red) - Tatsächlich aber versickerten die Absenkungen im Dickicht der verschiedenen Netzebenen. "Es reicht nicht aus, dass Bundesnetzagentur und Landesregulierungsbehörden jedes einzelne Netzentgelt nach und nach kontrollieren und festlegen. Sie müssen zusätzlich dafür Sorge tragen, dass die Absenkungen auch de facto durch alle Spannungsebenen hinweg an die Verbraucher weitergegeben werden. Nur so werden aus den Absenkungen Preisvorteile für die Endverbraucher und Türöffner für neue Anbieter", kommentierte Robert Busch, Geschäftsführer des bne, die aktuelle Praxis.

So verweigere E.ON edis beispielsweise die Weitergabe der Entgeltabsenkungen vom Übertragungsnetzbetreiber Vattenfall Europe an unabhängige Anbieter so lange, bis es im Rahmen der Genehmigung seiner Netzentgelte explizit dazu aufgefordert werde. Andere Netzbetreiber unterließen es wiederum einfach, die nachträglich eingetretenen Absenkungen in ihren bereits genehmigten Entgelten zu berücksichtigen. In jedem Fall würden zusätzliche Gewinne aus dem Netz zu Lasten der Verbraucher generiert.

Neben behaupteten Genehmigungsfiktionen würden auch die unterschiedlichen Genehmigungspraktiken der Regulierungsbehörden gerade bei der Kostenwälzungsfrage für Unsicherheit im Markt sorgen, bemängelt der bne. Bund und Länder müssten sich hier schnellstmöglich auf ein einheitliches System einigen.