Große Gestaltungsmöglichkeiten

bne kritisiert "Wucher" bei Preisen für Nutzung von Stromnetzen

Eine Untersuchung, die das Bremer Energie-Institut im Auftrag der BMR-Service GmbH erstellt hat, ergab, dass sich die Erlöse der Betreiber von Stromleitungsnetzen unterscheiden sich um mehr als 600 Prozent unterscheiden. Für den bne ist das ein Zeichen dafür, dass sich der Kalkulationsleitfaden nicht bewährt hat.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Die Erlöse der Betreiber von Stromleitungsnetzen unterscheiden sich um mehr als 600 Prozent. Darauf weist jetzt der Bundesverband Neuer Energieanbieter hin und bezieht sich dabei auf ein Gutachten des Forschungsteams um Professor Pfaffenberger vom Bremer Energie-Institut. Verglichen wurden Netzbetreiber im ländlichen Raum, untersucht wurden die Erlöse pro Kilometer Leitungslänge.

Über die Ergebnisse der Untersuchung zeigt sich der bne empört: Während die Netzbetreiber am unteren Ende der Spanne jährlich knapp 5000 Euro pro Kilometer Leitungslänge im Niederspannungsnetz einnehmen, kämen Netzbetreiber am oberen Limit wie z.B. die VSE AG aus Saarbrücken auf mehr als 30 000 Euro.

Dr. Henning Borchers, bne-Geschäftsführer: "Die Ergebnisse der Pfaffenberger-Studie machen die großen Gestaltungsmöglichkeiten der Netzbetreiber deutlich, die sie bei Anwendung des Kalkulationsleitfadens aus der Verbändevereinbarung haben. Die Kalkulation nach der Verbändevereinbarung II plus (VVII+) lässt keine Rückschlüsse auf die Angemessenheit der Netznutzungsentgelte zu. Das Gutachten zeigt eindeutig, dass sich der Kalkulationsleitfaden in der Praxis nicht bewährt hat. Wir fordern den Gesetzgeber daher dringend auf, im Rahmen der Novellierung des Energiewirtschaftsrechts eine Kalkulationsmethode einzuführen, die zu angemessenen Netznutzungsentgelten führt."