Entwurf aktuell in der Diskussion

bne ergänzt Netzzugangsverordnung Gas

Der Bundesverband der neuen Energieanbieter hat in seiner Stellungnahme zum Entwurf der Netzzugangsverordnung Gas zwar die geplante Einführung des Entry/Exit-Modells für den Gasnetzzugang begrüßt, gleichzeitig aber weitere wesentliche Ergänzungen gefordert. U.a. die Begrenzung der Teilnetzbildung.

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Berlin (red) - Der Bundesverband der neuen Energieanbieter (bne) begrüßt in seiner Stellungnahme zum Entwurf der Netzzugangsverordnung Gas die geplante Einführung eines Entry/Exit-Modells für den Gasnetzzugang. Mit der Umsetzung dieses Zugangsmodells werde der richtige Weg zu einem funktionierenden und praktikablen Gasmarkt eingeschlagen.

Allerdings fordert der Verband zum Erreichen eines "akzeptierten und liquiden" Wettbewerbsmarktes jedoch noch einige wesentliche Ergänzungen. So müsse die Teilnetzbildung nach Paragraph 5 (5) begrenzt werden. Nur begründete und genehmigte Ausnahmen dürften zur Teilnetzbildung führen. Anderenfalls bedeute das neue Modell bei einer großen Anzahl von Teilnetzen keinen realen Vorteil gegenüber dem bisherigen Kontraktpfaden, da eine Börsenfähigkeit beispielsweise ausgeschlossen würde.

Zudem müsse der Zugang zu den Gasspeichern als elementarer Netzbereich ebenfalls allen Marktteilnehmern zu gleichen Konditionen zur Verfügung stehen, denn nur durch Einbeziehung der Speichernutzung in die Regulierung könne sich ein liquider Markt entwickeln. Die tatsächliche Bedeutung der Netzzugangsverordnung Gas für den Handel könne zudem nur in Verbindung mit der noch unveröffentlichten Entgeltverordnung beurteilt werden. Neben dem praktikabeln Netzzugang seien die Angemessenheit und Transparenz der Entgeltkalkulation von entscheidender Bedeutung.

Der bne fordert zudem, die Pflichten der Netzbetreiber sind an die der Netzzugangsverordnung Strom anzupassen (Paragraph 24). Es sei nicht ersichtlich, warum die Rahmenbedingungen für den Gas-Massenmarkt der Haushaltskunden weniger detailliert und mit weniger Befugnissen für die Regulierungsbehörde geregelt werden sollen als im Stromsektor. Gleichzeitig müssten Kapazitätszuteilungen zumindest in Zweifelsfällen gegenüber dem Regulierer begründet werden. Eine mögliche Bevorzugung des integrierten Handelsunternehmen wie in Paragraph 8 (3) sollte konsequent ausgeschlossen werden.

Und: Aufgrund der bisher fehlenden Erfahrung mit einem deutschen Entry/Exit-System sollte die Gültigkeit der Zugangsverordnung zeitlich begrenzt werden. Nur ein "Verfallsdatum" garantiere die Einarbeitung und Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse für einen optimierten Netzzugang auf dem Gasmarkt.