Skandal?!

bne empört: E.ON Bayern erhöht Netznutzungsentgelte

Der bne vermutet, dass der Vorstoß von E.ON Bayern ein Testballon der Branche ist, dem sich über kurz oder lang auch die anderen Netzbetreiber anschließen werden. Wenn neben den gestiegenen Großhandelspreisen auch noch überhöhte Netznutzungsentgelte auf die Kunden überwälzt würden, könne der deutsche Mittelstand mit einer Preissteigerung von bis zu 30 Prozent rechnen.

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Laut dem Bundesverband Neuer Energieanbieter (bne) hat die E.ON Bayern AG hat angekündigt, die Preise für Netznutzung zum Jahreswechsel um bis zu sechs Prozent zu erhöhen. Das gehe aus einem Schreiben an ein Mitgliedsunternehmen des bne vom 6. Oktober hervor. Grund für die Preiserhöhung seien höhere Netznutzungsentgelte der vorgelagerten Netze und der größere Kostenaufwand in den eigenen Netzen.

"Die Anhebung der Netznutzungsentgelte durch E.ON Bayern ist ein Skandal. Mit fadenscheinigen Begründungen werden hier die Kunden noch einmal abgezockt, bevor die zukünftige Regulierungsbehörde dem Treiben Einhalt gebieten kann", so Dr. Henning Borchers, Geschäftsführer des bne. "In den vergangenen Jahren wurden bei allen Energieversorgern 30 Prozent der Personals abgebaut und die Investitionen ins Netz um 35 Prozent zurückgefahren. Bei den Kunden ist davon nichts angekommen."

Der bne vermutet, dass der Vorstoß von E.ON Bayern ein Testballon der Branche ist, dem sich über kurz oder lang auch die anderen Netzbetreiber anschließen werden. Wenn neben den gestiegenen Großhandelspreisen auch noch überhöhte Netznutzungsentgelte auf die Kunden überwälzt würden, könne der deutsche Mittelstand mit einer Preissteigerung von bis zu 30 Prozent rechnen. Der bne fordert die zuständigen Kartellbehörden auf, ein Verfahren gegen E.ON Bayern einzuleiten, um deren Netznutzungsentgelte einer genauen Prüfung zu unterziehen.