BMU-Studie belegt: Anteil erneuerbarer Energien kann noch weiter ausgebaut werden

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Die Nutzung erneuerbarer Energien bei der Strom- und Wärmeerzeugung ist bereits so weit entwickelt, dass die vom Bundesumweltministerium angestrebte Verdoppelung des Anteils erneuerbarer Energien bis zum Jahr 2010 und der Ausbau auf 50 Prozent bis zum Jahr 2050 erreicht werden können. Dies geht aus der im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes erarbeiteten Studie "Klimaschutz durch Nutzung erneuerbarer Energien" hervor, die Bundesumweltminister Jürgen Trittin und der Präsident des Umweltbundesamtes, Professor Dr. Andreas Troge, kürzlich in Berlin vorstellten.


Bundesumweltminister Jürgen Trittin: "Die Studie zeigt, dass wir uns für den Ausbau der regenerativen Energien anspruchsvolle, aber realistische Ziele gesteckt haben. Sie belegt aber auch, dass die Regenerativtechniken auf absehbare Zeit unsere Hilfe benötigen. Mit den 1999 gestarteten Förderprogrammen und der Weiterentwicklung des Stromeinspeisungsgesetzes zu einem Erneuerbare-Energien-Gesetz haben wir bereits entscheidende Weichen gestellt. Es kommt nun darauf an, das Maßnahmenbündel zügig weiter zu entwickeln, um auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung voranzukommen. Neben der Windenergie stehen zunehmend die Solartechnik, die Bioenergie und die Geothermie im Vordergrund. Alle Sparten der erneuerbaren Energien werden benötigt. Ihr Ausbau muss selbstverständlich umweltgerecht erfolgen. Mittelfristiges Ziel ist es, eigenständige Märkte für erneuerbare Energien zu entfalten."


Der Präsident des Umweltbundesamtes, Professor Dr. Andreas Troge, betonte, dass die Nutzung der erneuerbaren Energien eng verknüpft sei mit dem rationellen und sparsamen Umgang mit Energie: "Nur wenn wir insgesamt weniger Energie verbrauchen, wird der Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix in absehbarer Zeit steigen. Die rationelle Energiewandlung und -nutzung und die erneuerbaren Energien sind untrennbare Partner."


1998 betrug der Anteil erneuerbarer Energien in Deutschland erst rund 2 Prozent - bezogen auf die Primärenergie - und rund 5 Prozent - bezogen auf die Stromerzeugung. Etappenziel der Bundesregierung ist die Verdopplung ihres Anteils bis 2010. Aus Sicht des Bundesumweltministeriums sollen danach die erneuerbaren Energien pro Dekade 10 Prozent hinzugewinnen, so dass Anteile von 30 Prozent bis 2030 und 50 Prozent im Jahr 2050 erreicht werden. Hand in Hand mit Energieeinsparungen lässt sich so die nachhaltige Entwicklung im Energiebereich erarbeiten. Vorreiterfunktion hat die Windenergie übernommen: Mit rund 1600 Megawatt neu installierter Leistung allein im Jahr 1999 (1998: 800 Megawatt) hat sie insgesamt eine Leistung von inzwischen 4.500 Megawatt erreicht und trägt damit bereits zu zwei Prozent der Stromerzeugung in Deutschland bei. Dieser Boom bei der Windkraft sowie ein überdurchschnittlicher Anstieg bei der Wasserkraft ließen den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung im vergangenen Jahr auf knapp 6 Prozent ansteigen.


Die Studie "Klimaschutz durch Nutzung der erneuerbaren Energien" wurde unter Federführung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) durch das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie (WI), das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW), das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) und das Forum für Zukunftsenergien erarbeitet. Lang- und Kurzfassung der Studie kann hier abgerufen werden. Die Kurzfassung (etwa 50 Seiten) ist auch als BMU-Broschüre erhältlich: Bundesumweltministerium, Referat Öffentlichkeitsarbeit, 11055 Berlin.